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Wohlfahrt

Viele soziale Organisationen sorgen für ein besseres Miteinander in NRW. Knapp 30 Millionen Euro fließen jedes Jahr direkt an verschiedene Wohlfahrtsorganisationen in NRW. Konkret sind das Caritas, Deutsches Rote Kreuz, AWO und Stiftung Wohlfahrtspflege, aber auch die Diakonie und der Paritätische Wohlfahrtsverband. Zusätzlich fließen ein Viertel der Umsätze durch die GlückSpirale ohne Umwege in Projekte, Krankenwagen oder Kindergärten der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege.

AWO-Integrationsagentur bietet mehrsprachige Corona-Hotline an

22.06.2020

In Zeiten von Corona sind die Integrationslotsen der Arbeiterwohlfahrt schnell und unkompliziert über eine Telefon-Hotline erreichbar. Sie beantworten Alltagsfragen und stellen Kontakte zu Behörden und Ämtern her. So halfen sie schon mehreren Hundert Menschen mit Migrationshintergrund.

Ein besorgter Familienvater ist am Telefon. Sein LKW-Führerschein läuft bald ab – und ohne „Lappen“ ist auch der Arbeitsplatz in Gefahr. Aber wie kann er das Dokument verlängern, wenn die Ämter den Publikumsverkehr eingeschränkt haben? Ein typischer Fall für die Corona-Hotline der Arbeitswohlfahrt (AWO) in Gelsenkirchen: Sie vermittelt, hilft, beantwortet Fragen – und das in über 20 Sprachen!

Erste Ansprechpartnerin
Kaum hat sie einen Anrufer weiterverbunden, klingelt es schon wieder: Bei Birgit Bendixen im AWO-Quartierszentrum im Gelsenkirchener Ortsteil Feldmark laufen alle Fäden zusammen. Sie ist meist die erste Gesprächspartnerin, wenn jemand die mehrsprachige Corona-Hotline anwählt. „Ich frage zunächst, worum es geht und welche Sprachen der Anrufer beherrscht. Dann kann ich zu einem unserer Kollegen weiterverbinden.“ Oft sind es wiederkehrende Fragen, mit denen sich die Ratsuchenden beschäftigen: Wann ist wieder Schule? Dürfen sich die Kinder mit ihren Freunden treffen oder nicht? Was muss ich tun, wenn mein Chef Kurzarbeit angekündigt hat?

Schnelle Hilfe
„Vieles können die Integrationslotsen direkt beantworten. Bei speziellen Fragen stellen sie den Kontakt zu Ämtern und Behörden oder weiteren Anlaufstellen wie der Arbeitsagentur her. Dabei bleiben die Kollegen zur Sprachvermittlung weiter in der Leitung“, erklärt Admir Bulic, Leiter der AWO-Integrationsagentur. „Viele Anrufer freuen sich einfach, jemanden zu haben, der ihnen zuhört – gegen die Stille und die Einsamkeit in den eigenen vier Wänden“, berichtet Miora Boboc. Die langjährige Integrationslotsin der AWO, die nun beim Diakoniewerk arbeitet und Soziale Arbeit studiert, hilft am Telefon mit ihren rumänischen und arabischen Sprachkenntnissen.

Licht ins Dunkel
Als die Ausmaße der Corona-Krise immer deutlicher wurden, hat die AWO nicht lange gezögert. Die Integrationslotsen, die sonst im direkten Kontakt Menschen mit Migrationshintergrund betreuen, mussten ihre übliche Tätigkeit mit Hausbesuchen unfreiwillig verändern. Warum also nicht per Telefon helfen? Schnell folgten Taten. Bereits am 1. April ging die mehrsprachige Corona-Hotline, erreichbar über die zentrale Rufnummer der Stadt Gelsenkirchen, an den Start. Das hilfreiche Angebot hat seitdem für Hunderte Menschen Licht ins Dunkel gebracht. „Viele gerade zugezogene Menschen sprechen noch wenig Deutsch, doch natürlich haben sie auch viele Fragen bezüglich der aktuellen Situation und der sich immer wieder ändernden Regeln und Vorgaben“, erklärt AWO-Geschäftsführerin Gudrun Wischnewski. „Hier wollten wir mit dem Brückentelefon eine schnelle und unkomplizierte Hilfe anbieten.“

Über 20 Sprachen
Andere Kommunen bieten ebenfalls mehrsprachige Telefonberatungen an. In ihrem Umfang ist die Gelsenkirchener Hotline aber wohl landesweit einmalig. Neben Deutsch ist die Beratung schwerpunktmäßig in den Sprachen Englisch, Polnisch, Arabisch, Türkisch, Farsi, Bulgarisch, Rumänisch und Russisch möglich. Doch nicht nur das: „Unsere Teams sind interkulturell, so dass wir mehr als 20 Sprachen abdecken können. Für die Hotline haben wir unsere fachlichen und sprachlichen Ressourcen gebündelt, um die vielfältigen Beratungsangebote trotz Kontaktverbot fortführen zu können“, erklärt Bulic. Denn die Krise ist nur zu meistern, wenn alle Bürger ausreichend aufgeklärt sind. „Die zahlreichen Anrufe zeigen, wie sehr die Hotline benötigt wird und wie kompetent die mehrsprachigen Kollegen der AWO weiterhelfen können. Ein toller Service!“, sagt Uwe Gerwin, Leiter des Referates Zuwanderung und Integration bei der Stadt Gelsenkirchen.

Füreinander da sein
Dutzende Anrufe pro Tag zeigen den hohen Bedarf an Information und Beratung. „Jetzt rücken zunehmend Themen wie Sorgen um den Arbeitsplatz in den Vordergrund“, erläutert Wischnewski. Daher soll die Corona-Hotline bis auf Weiteres erreichbar bleiben. Zusätzlich hat die AWO-Integrationsagentur seit Mitte Mai auch wieder die persönlichen Beratungsangebote anlaufen lassen – natürlich mit Sicherheit und gebotenem Abstand. Zudem gibt es statt sonst üblicher offener Sprechstunden nun feste Terminvereinbarungen. Eines steht dabei stets im Mittelpunkt: „Wir müssen aufeinander achten und füreinander da sein, um die schwere Zeit erfolgreich zu bestehen“, sagt AWO-Mitarbeiter Danail Veselinov, der am Telefon auf Bulgarisch und Türkisch weiterhelfen kann. Manchmal genügt dazu schon eine kleine Geste: So haben AWO- und Diakonie-Mitarbeiter sowie Ehrenamtler über 300 kreative Postkarten gestaltet, die an ältere und einsame Menschen verteilt wurden – als herzlicher Nachbarschaftsgruß.

Fortsetzung erwünscht
In der Corona-Zeit haben die AWO-Mitarbeiter eine spannende Erfahrung gemacht. „Durch das Telefonangebot haben wir viele Menschen erreicht, zu denen wir bislang gar keinen Kontakt hatten“, sagt Miora Boboc. Daher könnte aus der Corona-Hotline, die ad hoc ohne zusätzliche finanzielle Mittel realisiert wurde, sogar eine feste Einrichtung im Beratungsangebot werden – über die aktuelle Gesundheitskrise hinaus. Dafür allerdings, räumt Bulic ein, ist zunächst die Projektförderung zu klären. „Unser Wunsch ist es, immer nah bei den Menschen zu sein – wenn es nicht anders geht, auch mit Abstand und per Telefon.“

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Der Housing-First-Fonds hilft Obdachlosen aus dem Teufelskreis

22.06.2020

Für die Betroffenen ist es ein Teufelskreis: Ohne Wohnung keine Arbeit – ohne Arbeit keine Wohnung. Der Housing-First-Fonds – ein vom Land Nordrhein-Westfalen gefördertes Projekt – hilft Obdachlosen ins eigene Zuhause und gibt ihnen damit eine neue Chance.

Viereinhalb Jahre lang lebte Jürgen (Name geändert) auf der Straße. „Als ich obdachlos war, habe ich kein Hartz 4 bekommen. Ich wollte niemandem auf der Tasche liegen.“ Kontakt zur Familie? Fehlanzeige. Aussichten auf eine feste Bleibe? Ausgeschlossen. Erst mit dem Projekt „Housing-First-Fonds“ hat sich Jürgens Leben verändert.

Teufelskreis
Tausende Menschen sind in Nordrhein-Westfalen von Wohnungslosigkeit betroffen. So wie Jürgen befinden sich vielen von ihnen in einem Teufelskreis. „Ohne festen Wohnsitz haben die Betroffenen kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Und ohne Arbeitsvertrag finden sie keinen Vermieter“, erklärt Sylvia Rietenberg, Koordinatorin des Housing-First-Fonds-Projektes beim Paritätischen Landesverband NRW. Auch Jürgen machte bittere Erfahrungen: „Ich habe bei über Hundert Vermietern angerufen, aber sobald ich dort sagte, dass ich arbeitslos bin, waren die Wohnungen direkt weg. Von Hundert Anrufen kam nur eine Wohnungsbesichtigung zustande.“

Perspektiven
Dank des „Housing-First-Fonds“ – ein vom Land NRW gefördertes Projekt – hat Jürgen jetzt endlich wieder ein festes Zuhause. Allein wäre ihm das nie gelungen, ist er überzeugt: „Das Problem ist, dass es für Leute, die durch widrige Umstände, Selbstverschuldung oder auch Nicht-Selbstverschuldung in Hartz 4-Bezug kommen, unmöglich ist, eine eigene Wohnung zu finden. Oder man kommt in eine Bruchbude rein, die für teures Geld vermietet wird.“ Nun hat sich Jürgens Leben in kurzer Zeit zum Positiven entwickelt. Er hat den Kontakt zu seiner Familie wiederhergestellt. Und er hat neue berufliche Perspektiven gefunden: „Seitdem ich in einer eigenen Wohnung lebe, nehme ich an einem kaufmännischen Lehrgang teil. Ich bin gelernter Bürokaufmann, habe jahrelang in der Buchhaltung gearbeitet und versuche mich nun wieder zu bewerben.“ Es hat direkt geklappt – in der Zwischenzeit hat Jürgen eine neue Vollzeitstelle gefunden.

Zahlen steigen
Ist das ein Einzelfall? Ganz im Gegenteil. Seit Jahren berichten Wohlfahrtsverbände und freie Träger von einer wachsenden Zahl an wohnungslosen Menschen in Nordrhein-Westfalen. Das Land spricht laut Statistik offiziell von 44.400 Betroffenen. „Menschen in prekären Lebenslagen wieder in normale Lebensverhältnisse zu bringen, wird immer schwieriger“, berichtet Sylvia Rietenberg. Beim Paritätischen Landesverband NRW reifte daher die Überlegung, ergänzend zu vorhandenen Hilfen neue Wege zu gehen. Wohnraum beschaffen und begleitend Hilfestellung geben, diese Ziele verknüpft der Housing-First-Ansatz miteinander. „Ein fester Wohnsitz ist der Dreh- und Angelpunkt, um alle weiteren Probleme der Betroffenen anzugehen“, sagt Sylvia Rietenberg. Beim Housing-First-Fonds handelt es sich um eine Kooperation des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes NRW und des Düsseldorfer Vereins der Wohnungslosenhilfe fiftyfifty/Asphalt e.V.

Kostengünstiger
Im ersten Schritt erhalten die Menschen daher eine reguläre Wohnung – es wird ein normales, unbefristetes Mietverhältnis mit allen Rechten und Pflichten abgeschlossen. Nur woher die Wohnungen nehmen? Hier kommt der Housing-First-Fonds ins Spiel. Mit finanziellen Mitteln – in diesem Fall Erlöse aus Kunstverkäufen – gibt der Fonds Starthilfe durch zweckgebundene Zuschüsse. So können Träger vor Ort Wohnungen kaufen oder sanieren. Fiftyfifty hatte bereits vor dem Start dieses Projektes in Düsseldorf gute Erfahrungen mit dem Konzept gemacht und fast 50 Wohnungen erworben. Auch internationale Studien und Erfahrungen aus Ländern wie Österreich, Finnland oder Portugal spiegeln Erfolge wider. Eine Erkenntnis: Housing-First holt nicht nur mehr Menschen dauerhaft von der Straße, sondern ist zudem kostengünstiger als die wiederholte Unterbringung in Übergangsunterkünften.

Zuhause
Auch Wolle (Name geändert) ist glücklich, wieder ein Zuhause gefunden zu haben – nach zehn Jahren auf der Straße und nochmals fünf Jahren in Obdachlosenunterkünften. „Seitdem ich in einer eigenen Wohnung lebe, ist es tausendmal besser. Du glaubst gar nicht, was eine eigene Toilette oder Dusche wert ist“, berichtet der ehemals Wohnungslose, der dank des Housing-First-Projektes nun neue Perspektiven gefunden hat. „Ich habe durch die eigene Wohnung viel mehr Ruhe und muss nicht mehr darüber nachdenken, wo ich meine Sachen lasse, damit sie keiner klaut – so wie früher."

Zuschüsse
Angesichts der positiven Erfahrungen soll die Arbeit des Housing-First-Fonds nach Möglichkeit fortgesetzt werden. Noch können sich Träger der Freien Wohlfahrtspflege aus NRW um Fondsmittel bewerben. Mit den zweckgebundenen Zuschüssen werden Finanzierungsgrundlagen zum Ankauf von Wohnungen geschaffen. Auch Umbaumaßnahmen und Nebenkosten können mitfinanziert werden. Bis Ende November 2020 wird die Projektdurchführung noch durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW gefördert. Und danach? Sylvia Rietenberg: „Bis zum Sommer soll entschieden werden, welche Möglichkeiten der Fortführung wir ohne Landesmittel haben.“

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Kitas und Corona

22.06.2020

Viele Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen haben über Wochen hinweg eine Notbetreuung angeboten, für Kinder von Eltern, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten. Jetzt freuen sich alle und treffen Vorbereitungen, dass es langsam zurück in den Regelbetrieb geht.

Rutschen, schaukeln, basteln, singen und mit Freunden spielen – so sehen Kita-Tage normalerweise aus. Doch all das war in den vergangenen Wochen trotz des stufenweisen Plans zur Öffnung nur sehr eingeschränkt möglich. Viele Kindertagesstätten in NRW durften über Wochen hinweg ausschließlich eine Notbetreuung anbieten.

Für gewöhnlich ist in der evangelischen Kindertagesstätte am Birkhuhnweg in Bochum richtig was los. Aber was war in den vergangenen Wochen normal? 72 Kinder besuchen die Einrichtung, wenn nicht gerade ein Corona-Virus die Welt in Atem hält. Seit Schließung der Kitas in NRW wurde eine Notbetreuung aufrechterhalten. Diese durften Kinder besuchen, deren Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten – zum Beispiel Krankenpfleger, Ärzte, Erzieher oder Väter und Mütter, die in besonderen Notsituationen sind, wie berufstätige Alleinerziehende. Pro Tag kamen neun Kinder in die Bochumer Einrichtung. Auch in Stolberg, in der inklusiven Kita Bergbande der Caritas Lebenswelten GmbH, wurden täglich nur zwei bis sieben Kinder betreut.

Händewaschen und Mindestabstand
Die Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung sind umfangreich, zum Beispiel der Mindestabstand von 1,5 Metern oder die Maskenpflicht. Kinder können das aber nicht so leicht umsetzen: „Die Kleinen haben viele Gefühle, und die müssen raus. Daher ist es schwierig ihnen zu erklären, dass sie sich nicht zu nahekommen dürfen“, sagt Susanne Gosch, Leiterin der Bochumer Kita. Die Jungen und Mädchen in ihrer Notbetreuung sind bereits etwas älter, einige werden demnächst eingeschult. „Sie verstehen schon eine ganze Menge und haben auch verinnerlicht, dass Abstand gehalten werden muss“, so die Erzieherin. Aber wenn sie sich ärgern oder streiten – „dann gibt es oft keine Distanz.“

Nähe und Trost
Sie suchen auch immer wieder die Nähe zu den Erzieherinnen, wenn sie getröstet werden wollen oder eine Frage haben, erklärt Susanne Gosch. „Sie denken auch nicht immer daran, beispielsweise in die Armbeuge zu niesen.“ Üblicherweise begleiten zudem die Eltern ihre Kinder am Morgen in das Gebäude der Kita. Vor dem Eingang in Stolberg mussten sie aber vor einer weißen Linie aus Kreide stehen bleiben. Birgit Thielen, Leiterin der Einrichtung, erklärt: „Die Kinder verabschiedeten sich von ihren Müttern und Vätern vor der Tür. Das war nicht leicht für sie.“ So sollte aber der direkte Kontakt zwischen den Eltern und den Erzieherinnen vermieden werden.

Geschenke und Briefe
Die Leiterinnen und ihre Erzieherinnen kennen jedes einzelne Kind genau. Die Sprösslinge nicht, wie üblich, an fünf Tagen der Woche zu sehen, war ein ungewohntes Gefühl. Damit der Kontakt zu den Kindern aufrechterhalten blieb, wurden beispielsweise zu Ostern kleine Geschenke zusammengestellt: „Die konnten die Eltern für ihre Kinder bei uns abholen. Selbstverständlich gab es einen Schokohasen, eine Bastelanleitung und Material für einen Papier-Schmetterling.“

Home-Office
Da nur so viele Erzieherinnen wie nötig in den Einrichtungen sein durften, arbeiten einige im Home-Office – zum Beispiel, um das neue Kindergarten-Jahr vorzubereiten oder sich online weiterzubilden. Susanne Gosch: „Das Home-Office hat zwar Vorteile, weil man sich endlich mit Dingen beschäftigen kann, für die sonst wenig Zeit ist. Aber meine Mitarbeiterinnen fragten schon, wann sie endlich zurückkommen durften. Der Trubel fehlte ihnen.“ Mit den Eltern wurde regelmäßig telefoniert, berichtet Birgit Thielen. „Der Austausch war in dieser Zeit besonders wichtig. Wir mussten signalisieren, dass wir füreinander da sind.“ Wie geht es Ihnen? Gibt es Probleme zuhause? Haben Sie Redebedarf? Das sind Fragen, die die Mitarbeiterinnen von Birgit Thielen Eltern am Telefon stellten. Gleichzeitig konnten sich die Mütter und Väter jederzeit von selbst melden. Die Leiterin der Kita weiß: „Viele Eltern sind stark belastet. Die ganze Situation ist nach wie vor eine große Herausforderung.“

Sorgen, Unsicherheit und Hoffnung
Wegen der Corona-Krise fielen auch Feste und andere Termine aus, zum Beispiel das Sportfest der Bochumer Kindertagesstätte. Gleichzeitig müssen Veranstaltungen neu organisiert werden, die nicht einfach gestrichen werden können. „Die Kennenlern-Nachmittage, bei denen die Sprösslinge das erste Mal zu uns kommen, finden beispielsweise nicht statt. Wir denken aber intensiv darüber nach, welche Alternativen wir dafür anbieten können. Denn diese Treffen brauchen die Jungen, Mädchen und Eltern, um in den neuen Lebensabschnitt starten zu können“, erklärt Susanne Gosch. „Auch eine Verabschiedung der Großen ist wichtig – für sie und für uns. Ob wir sie vor dem Schulstart nochmal sehen?“, fragte sich Birgit Thielen noch vor kurzer Zeit. Inzwischen ist klar, sie werden. Die Landesregierung hat beschlossen, dass ab dem 28. Mai alle Vorschulkinder die Kitas in NRW wieder besuchen dürfen – ab dem 8. Juni soll zudem ein geschränkter Regelbetrieb ermöglicht werden.

Gut für NRW!

Wir sagen Danke! Seit über 60 Jahren: Mit rund 40 Prozent des Einsatzes aller Spielteilnehmer unterstützt WestLotto über Abgaben an das Land gemeinnützige Institutionen in NRW. Dazu gehören Verbände und Vereine aus den Bereichen Umwelt- und Denkmalschutz, Sport, Kunst, Kultur und Wohlfahrt – so wie die Caritas. Während der vergangenen Jahrzehnte sind auf diese Weise bereits mehr als 28 Milliarden Euro in das Gemeinwohl geflossen, 637 Millionen Euro allein 2019. Jeder Spieler wird bei WestLotto also zum Sozialhelfer, Sportförderer oder Denkmalschützer! Davon profitieren alle in NRW – auch Sie!

Gegen Gewalt in Familien

22.06.2020

Angst, negative Gefühle und Krisen können zu Gewalt führen. Mit dem Projekt „Echte Männer reden“, bietet die Caritas in Herne ein Beratungsangebot für Männer an, die gegenüber ihrer Partnerin und/oder ihren Kindern gewalttätig geworden sind. Egal, ob einmalig oder häufiger.

Angst, negative Gefühle und Krisen können zu Gewalt führen. Was vielen als unmännlich erscheint, hilft wirkungsvoll: Beratung suchen und darüber sprechen. Immer mehr Männer suchen die Krisen- und Gewaltberatung bei der Caritas in Herten auf. Diplom-Sozialpädagoge Jan Hamelmann weiß: Wenn Männer Verantwortung für ihr Handeln übernehmen wollen, gibt es gute Chancen, aus Gewaltkreisläufen herauszukommen.

Mit dem Projekt „Echte Männer reden“, bietet die Caritas ein Beratungsangebot für Männer an, die sich in einer Krise befinden oder die gegenüber ihrer Partnerin und/oder ihren Kindern einmalig oder häufiger gewalttätig geworden sind. Wie kam es zu der Initiative und seit wann gibt es die Beratung?
Jan Hammelmann: Die Caritas bietet seit langer Zeit Beratung für Menschen in den verschiedensten Lebenslagen an. Dabei ist uns aufgefallen, dass es zu wenig Angebote für Männer gibt - der Bedarf allerdings vorhanden ist. Deswegen haben wir unsere Leistung ausgeweitet. Männerberatung ist kein typisches Beratungsangebot, denn Männer sind oftmals so geprägt, dass sie ihre Probleme selbstständig lösen wollen. Von sich aus Hilfe zu suchen, empfinden viele Männer als Eingeständnis eigener Schwäche. Es passt nicht in ihr traditionelles Männerbild. Viele betrachten das als unmännlich.

Wie wird das Angebot angenommen? Sie sagten ja, dass Männer größtenteils versuchen, ihre Probleme selbst zu lösen, anstatt sich Hilfe von außen zu holen.
Jan Hamelmann: Das ist korrekt. Denn Männer werden meistens als groß und stark in der Gesellschaft dargestellt. Und um diesem Bild nicht zu widersprechen, versuchen sie auf ihre eigene Art, Probleme zu lösen. Dass das oft nicht der richtige Weg ist, sollte vielen aber klar sein, und deswegen wünsche ich mir, dass mehr Männer den Mut haben, sich Hilfe zu suchen. Und ich denke, der Trend geht in diese Richtung. In unserer Beratungsstelle ist ein Anstieg klar erkennbar. 2017 kamen 70 Männer in die Beratung, 2018 kamen 79 Männer in die Beratung und 2019 waren es schon 87 Männer, mit denen ich gearbeitet habe.

Wie sieht diese Zusammenarbeit aus?
Jan Hamelmann: Zuerst nehmen die Männer mit mir Kontakt auf. Entweder per Mail oder per Telefon. Dann folgt ein Erstgespräch, bei dem wir uns kennenlernen und im Anschluss entscheiden, ob wir in den Beratungsprozess einsteigen wollen. Gewalttätiges Verhalten ist erlerntes Verhalten, demzufolge kann der Mann in der Beratung Verhaltensalternativen erlernen. Wichtig dabei ist, dass er sein Verhalten ändern will. Wenn das der Fall ist, treffen wir uns wöchentlich bis 14-tägig zu Gesprächen in Einzelberatung. Später auch im Vier-Wochen-Rhythmus. Das muss aber individuell entschieden werden, denn die Beratung ist ein Prozess, der sich am Beratungsbedarf des Mannes orientiert. Die Gespräche dauern eine Stunde. Den Gewaltkreislauf haben die Männer dann in der Regel nach acht bis zwölf Monaten durchbrochen.

Welche Altersklasse sucht Sie auf und wie einsichtig wirken die Männer auf Sie?
Jan Hamelmann: Sehr. Bei allen, mit denen ich gesprochen habe, ist keiner stolz auf das, was er getan hat - im Gegenteil. Es belastet sie, genau wie die Opfer. Der Altersdurchschnitt liegt in der mittleren Lebensphase. Also Männer zwischen 35 und 50. Aber ich habe auch schon mit 15-Jährigen oder mit 70-Jährigen gesprochen. Das zeigt, dass das Phänomen häusliche Gewalt in jeder Altersgruppe präsent ist.

Umso schöner, dass Ihr Angebot in jedem Alter angenommen wird. Doch nehmen Sie die Menschen damit nicht – vereinfacht gesagt - in Schutz für das, was sie getan haben?
Jan Hamelmann: Fakt ist: Gewalttätiges Verhalten ist juristisch gesehen eine Straftat. Aus diesem Grund heißt es ja immer, Gewalttäter gehören weggesperrt. Klar, auch wir lehnen Gewalt ganz klar ab. In der Beratung zeigen wir diese Haltung, indem wir das gewalttätige Verhalten entschieden ablehnen, den Mann aber als Menschen wertschätzen. Es geht darum, die Dynamik des problematischen Verhaltens zu erkennen, nur so ist eine Veränderung möglich. Das ist eine Herausforderung, der ich mich aber gerne stelle. Und man kann Gewaltkreisläufe nur durchbrechen, indem man daran arbeitet. So ist Täterarbeit auch gleichzeitig aktiver Opferschutz. Somit gebe ich Ihnen auf die Frage gesehen also ein klares Nein - wir schützen damit die Opfer.

Abschließend: Denken Sie, dass Männer mehr Mut aufbringen müssen, um Beratungsstellen wie Ihre aufzusuchen?
Jan Hamelmann: Auf jeden Fall. Doch das muss jeder Mann für sich entscheiden. Wichtig ist, dass es auch als Mann keine Schande ist, sich Hilfe zu suchen, Gefühle zu zeigen und zuzulassen, statt sie wegzudrücken. Denn dadurch wird Gewalt oftmals ausgelöst.

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Not macht erfinderisch: Ein Treffpunkt ist weiter für die Menschen da.

22.06.2020

Das Mehrgenerationenhaus der Caritas in Arnsberg bietet Jung und Alt ein abwechslungsreiches Wochenprogramm. Auch während der Corona-Krise gibt es Unterhaltung und Aktionen. Allerdings auf andere Art und Weise - direkt vor Ort oder digital über YouTube und per WhatsApp.

Not macht erfinderisch. Sagt man so. Aber an diesem manchmal leicht hergesagten Spruch ist viel dran. Besonders in den vergangenen Wochen hat sich gezeigt, dass sich Menschen mit ihren Vereinen und Projekten von der Corona-Krise nicht einschüchtern lassen. Im Gegenteil. Sie beweisen, dass Not tatsächlich erfinderisch macht. Ein Beispiel dafür ist das Mehrgenerationenhaus in Arnsberg. Üblicherweise ein Treffpunkt für Jung und Alt. „Ohne Corona haben wir im Schnitt pro Woche 160 Besucher“, berichtet Christiane Linn, die die Institution seit gut drei Jahren leitet und gemeinsam mit ihren 35 ehrenamtlichen Helfern für ein vielfältiges Programm sorgt. Auch in diesen Zeiten, in denen die Menschen merken, was ihnen am meisten fehlt – der persönliche Kontakt, das menschliche Miteinander. Im Mehrgenerationenhaus Arnsberg wird darauf großer Wert gelegt – und soweit es geht auch in Corona-Zeiten gelebt.

Viele Ideen
„Corona macht allen ganz schön zu schaffen. Auch uns. Das Mehrgenerationenhaus hat geschlossen. Zudem können wir nicht zielgerecht planen und mussten bereits Veranstaltungen absagen und neu terminieren. Doch wir lassen uns nicht unterkriegen“, bekräftigt Christiane Linn auch für ihr Team. „Wir haben an Ideen für die Corona-Zeit gearbeitet und setzen diese nun nach und nach um.“ Beispiel „Brutzelküche“: Normalerweise wird hier montags gemeinsam Suppe gekocht. Um 12 Uhr geht es los. Mit Unterstützung einer Hauswirtschaftlerin werden Gemüse, Fleisch und andere Zutaten geschnippelt und zubereitet. „In der Regel sind zwischen zwölf und 15 Personen beteiligt. Das Schöne: Auch Jugendliche nehmen dieses Angebot an“, erzählt Linn. Um 13 Uhr wird dann gegessen. Doch nicht nur die Köche auch jeder andere Gast ist herzlich willkommen. „Oft sind wir an die 30 Personen, die gemeinsam Mittag essen. Das fördert die Kommunikation untereinander. Man lernt sich kennen. Im besten Fall entstehen unter den Teilnehmern Kontakte, die auch außerhalb des Mehrgenerationenhauses weitergeführt werden.“ Derzeit ist das aber nicht möglich. Daher gibt es die „Brutzelküche“ nun digital: Die Zubereitung wird per Video festgehalten, diese Kochfilme dann bei YouTube hochgeladen oder per WhatsApp an die Teilnehmer verschickt. „Wir sind froh, dass viele Senioren mit Smartphones ausgestattet sind und damit umgehen können. So können sie untereinander in Kontakt bleiben und sich über unsere Videos freuen.“ Die gekochte Suppe gibt es außerdem nicht nur zu sehen. Sie wird aus einem Fenster des Mehrgenerationenhauses einmal in der Woche verteilt.

„Worte im Vorübergehen“
Da keiner sagen kann, wie lange Corona noch den Alltag bestimmt, hat sich Linn weiteres einfallen lassen, um mit den verhinderten Besuchern des Mehrgenerationenhauses in Kontakt zu bleiben. „Wir haben beispielsweise die Aktion ,Worte im Vorübergehen‘ ins Leben gerufen. Hier können Besucher, Nachbarn, Bekannte und Freunde selbstgeschriebene Texte, Gedichte, Gedanken, Rätsel oder Witze einreichen, die ich dann in die große Fensterfront des Mehrgenerationenhauses hänge.“

Kreativ- und Hobbytreffs
Sobald die Corona-Krise vorbei ist, wird das übliche Wochenprogramm im Mehrgenerationenhaus fortgesetzt. Neben der „Brutzelküche“ gibt es weitere Angebote für Jung und Alt. Der Dienstag steht dann beispielsweise wieder im Zeichen der Kreativität. Ob Blumengestecke basteln oder Seidenmalerei – die Auswahl ist vielseitig. Der Mittwoch gehört den Gesellschaftsspielen. „Dazu gibt es die legendären Waffeln, die auf keinen Fall mehr fehlen dürfen“, so Linn. Am Donnerstag ist Zeit für den „Hobby-Treff“. Neben einem Programm vor Ort, werden hier auch Unternehmungen außerhalb des Mehrgenerationenhauses geplant. Da geht es um Museums- oder Messebesuche. Aber auch um einfache Verabredungen zu einem Spaziergang oder den Besuch eines Theaterstücks. „Es ist schön zu sehen, dass sich dank unserer offenen Treffs Freundschaften entwickeln. Besonders für die Senioren ist das von großer Bedeutung, da diese oft einsam sind“, freut sich Linn. Sie hat ihre Gäste ins Herz geschlossen. „Auch wenn Corona uns derzeit räumlich trennt, versuche ich den Kontakt aufrecht zu erhalten. Ich schreibe Briefe und telefoniere regelmäßig.“

Treffpunkt für jung und alt
Das Mehrgenerationenhaus des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern befindet sich mitten in Arnsberg, auf dem Kirchplatz der Liebfrauen-Gemeinde. Gemeinsam mit der Stadt, der Gemeinde und dem Jugendzentrum ist hier ein Treffpunkt für Jung und Alt entstanden. Geld muss für die Teilnahme an den Kursen niemand verpflichtend bezahlen. Bis Ende 2020 wird das Caritas-Projekt mit 30.000 Euro pro Jahr aus dem Landeshaushalt gefördert und erhält zudem weitere Zuschüsse, unter anderem 10.000 Euro von der Stadt Arnsberg. Ab 2021 soll diese Summe auf 40.000 Euro aufgestockt werden.

Gut für NRW!

Wir sagen Danke! Seit über 60 Jahren: Mit rund 40 Prozent des Einsatzes aller Spielteilnehmer unterstützt WestLotto über Abgaben an das Land gemeinnützige Institutionen in NRW. Dazu gehören Verbände und Vereine aus den Bereichen Wohlfahrt, Umwelt- und Denkmalschutz, Sport, Kunst und Kultur – so wie die Caritas. Als Spitzenverband einzelner Organisationseinheiten finanziert die Caritas die Arbeit für katholische Dienste und Einrichtungen im Sozial- und Gesundheitsbereich – insgesamt 6.900 in NRW. Während der vergangenen Jahrzehnte sind über WestLotto-Erträge bereits mehr als 28 Milliarden Euro in das Gemeinwohl geflossen, 637 Millionen Euro allein 2019. Jeder Spieler wird bei WestLotto also zum Sozialhelfer, Sportförderer oder Denkmalschützer! Davon profitieren alle in NRW – auch Sie!

Einrichtungen wollen Versorgung aufrechterhalten

13.05.2020

Mit gut 15.500 Menschen ist Ickern der einwohnerstärkste Ortsteil von Castrop-Rauxel. So ruhig wie derzeit geht es an einem Dienstagnachmittag im Haus der Kirchengemeinde St. Barbara selten zu. Doch die Pandemie wirbelt manches durcheinander. Kirchengruppen treffen sich vorerst nicht. Und auch der Verkaufsraum der Castroper Tafel bleibt geschlossen. „Hier wäre es sonst einfach zu eng für die Kunden und unsere Helfer. Den gebotenen Mindestabstand könnten wir nicht gewährleisten“, erklärt Nina Diring, die beim Caritasverband für die Stadt Castrop-Rauxel die Arbeit der Tafel koordiniert.

Mit gut 15.500 Menschen ist Ickern der einwohnerstärkste Ortsteil von Castrop-Rauxel. So ruhig wie derzeit geht es an einem Dienstagnachmittag im Haus der Kirchengemeinde St. Barbara selten zu. Doch die Pandemie wirbelt manches durcheinander. Kirchengruppen treffen sich vorerst nicht. Und auch der Verkaufsraum der Castroper Tafel bleibt geschlossen. „Hier wäre es sonst einfach zu eng für die Kunden und unsere Helfer. Den gebotenen Mindestabstand könnten wir nicht gewährleisten“, erklärt Nina Diring, die beim Caritasverband für die Stadt Castrop-Rauxel die Arbeit der Tafel koordiniert.

Arbeit fortsetzen
Die rund 50 Familien, die sich sonst im Gemeindehaus einmal pro Woche mit Lebensmitteln versorgen, finden dennoch weiter Unterstützung. „Gemeinsam mit unseren Helfern haben wir überlegt, wie wir trotz Corona unsere Arbeit fortsetzen können“, sagt Nina Diring. Ehrenamtliche Kräfte, die aufgrund ihres Alters zur Virus-Risikogruppe gehören, setzen vorerst aus. Stattdessen engagieren sich die festangestellten Helfer (als Ein-Euro-Jobber) umso intensiver. „Alle haben sofort freiwillig zugesagt, mit ihrer Arbeit weiterzumachen. Zusätzlich helfen uns einige Studenten auf ehrenamtlicher Basis.“

Bis an die Haustür
Somit kann die Castroper Tafel zweigleisig vorgehen. Ältere und kranke Menschen werden mit Lebensmitteln direkt an die Haustür beliefert. Für alle, die mobil sind, befüllen die Helfer vorab die Einkaufstüten. Die Kunden kommen, nehmen sich eine Tüte – und sollen direkt wieder nach Hause umkehren. Abstand halten, so lautet das Gebot der Stunde. „Deshalb haben wir die Ausgabe auch aus dem Gemeindehaus ins Freie verlegt“, erklärt die Caritas-Mitarbeiterin. Mit Organisationsgeschick und zahlreichen helfenden Händen kann die Castroper Tafel somit ihre sechs Ausgabetermine pro Woche aufrechthalten. „Wir freuen uns, dass wir weiterhin helfen können, und hoffen, dass dies auch in den kommenden Wochen so bleibt. Die Menschen, die zu uns kommen, hätten sonst keine Alternative“, weiß Nina Diring.

Herausforderung
Doch die Fortführung der Arbeit ist nicht überall im Land möglich. Die Ausbreitung des Coronavirus stellt für die Tafeln eine enorme Herausforderung dar. Aus präventiven Gründen bleiben viele Einrichtungen derzeit geschlossen. „Wer hat tagsüber Zeit, bei der Lebensmittelausgabe zu helfen? Dies sind meist ältere Menschen, die wir vor dem Risiko einer Infektion schützen müssen. Hinzu kommt, dass die Ausgabe in teils engen Räumlichkeiten stattfindet“, schildert Wolfgang Weilerswist, Vorsitzender des Vereins Tafel Nordrhein-Westfalen und selbst seit vielen Jahren in der Tafel Mechernich (Kreis Euskirchen) tätig.

Viele Tafeln schließen
Über 70 der NRW-weit 174 Tafeln hatten bis Ende März vorübergehend ihren Betrieb eingestellt. Weitere könnten hinzukommen. „Und selbst die Tafeln, die aktuell noch geöffnet haben, sind in ihrem Angebot vielfach eingeschränkt“, sagt Weilerswist. Rund 450.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen nutzen nach seinen Worten das Angebot. „Für sie tut mir die aktuelle Situation unendlich leid. Daher hoffe ich darauf, dass sich die Lage ab Ende April etwas entspannt.“ Priorität habe in jedem Fall, die Sicherheit der Mitarbeiter und der Tafel-Kunden zu gewährleisten. Eine Lösung sei es beispielsweise, die Zahl der Personen streng zu begrenzen, die sich gleichzeitig im Verkaufsraum aufhalten. „Von der Bevölkerung wünschen sich die Tafeln Solidarität, von der Politik finanzielle Unterstützung“, erklärt Weilerswist weiter.

Frische Produkte verfügbar
Führen die derzeitigen Hamsterkäufe dazu, dass auch den Tafeln weniger Lebensmittel zur Verfügung stehen? „Es wird weniger, aber es reicht noch für die Ausgabestellen der Castroper Tafel“, erklärt Nina Diring. Wolfgang Weilerswist bestätigt diese Einschätzung. Die Verbraucher würden hauptsächlich nicht verderbliche Waren vom Toilettenpapier über Nudeln und Konserven bis zu Mehl und Zucker horten. „Frischprodukte stehen somit für die Tafeln auch aktuell in ausreichender Menge zur Verfügung“, erklärt der Vorsitzende der NRW-Tafeln.

Solidarität ist gefragt
Schwerwiegender sind die finanziellen Folgen, die sich durch die Schließung für die Tafeln ergeben. Neben Spenden finanzieren sie sich über symbolische Beträge, die Kunden für die ausgegebenen Lebensmittel zahlen. Diese Einnahmen entfallen aktuell, Kosten wie Mieten oder Fahrzeugversicherungen hingegen laufen weiter. Umso größer ist die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. Sorgen macht sich Weilerswist indes wegen der wirtschaftlichen Folgen der Krise. „Ich könnte mir vorstellen, dass durch Kurzarbeit und steigende Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten noch mehr Menschen die Unterstützung durch die Tafeln benötigen werden.“

Zukunftskonzepte
Trotz der aktuell unsicheren Zeiten arbeitet der gemeinnützige Verein an Zukunftskonzepten. Schon Monate vor Corona geplant, startete zum 1. April ein neues, dreijähriges Projekt, das vom Land NRW finanziell gefördert wird. Das Ziel: Der Landesverband will seine Logistik an sechs Verteilzentren konzentrieren. Handelsketten und Lebensmittelproduzenten können in Zukunft ihre Waren direkt dorthin liefern – die Verteilzentren transportieren anschließend weiter zu den Tafeln vor Ort. So soll die Arbeit effizienter werden, die Verteilung der Lebensmittel gleichmäßiger und bedarfsgerechter erfolgen. Angesiedelt sind die Verteilzentren in Aachen, Coesfeld, Dormagen, Dortmund, Köln und Wuppertal.

Gut für NRW!

40 Prozent der Spieleinsätze bei WestLotto gehen an das Land NRW, das daraus gemeinnützige Institutionen aus Sport, Kunst und Kultur, Umwelt, Denkmalschutz und Wohlfahrt fördert – so auch die Caritas in Nordrhein-Westfalen. Während der vergangenen Jahrzehnte sind bereits mehr als 28 Milliarden Euro in das Gemeinwohl geflossen, 637 Millionen Euro allein 2019. Davon profitieren alle in NRW – auch Sie!

Eine Blutspende kann Leben retten

15.04.2020

Jeden Tag werden in Nordrhein-Westfalen etwa 2.800 Blutspenden benötigt. Auch in Zeiten von Corona sind die Teams des Blutspendedienstes West daher unverändert im Land unterwegs.

Eine Blutspende kann Leben retten. Auch in Zeiten von Corona. Das wissen die Menschen in Nordrhein-Westfalen und lassen sich nicht beirren. Der DRK-Blutspendedienst West berichtet von einem ungebrochen großen Zulauf zu seinen Spendeterminen.

Die Jahresstatistik des Roten Kreuzes für 2019 spricht eine deutliche Sprache: Gemeinwohl und Solidarität liegen den Menschen in NRW am Herzen. Das belegen die genau 621.257 Blutspender, die sich im vergangenen Jahr landesweit und unentgeltlich bei über 7.000 Terminen als Lebensretter betätigten. Ob im Zuge einer Krebstherapie, als Transfusion bei schweren Operationen oder nach einem Unfall – die aus den Blutspenden gewonnenen Produkte sind unverzichtbar für die Patientenversorgung. Das ist auch zu Zeiten der Corona-Pandemie nicht anders, berichtet Claudia Müller vom Zentrum für Transfusionsmedizin Münster. Weitere Zentren befinden sich in Hagen und Breitscheid. Hier werden die Blutspenden der Freiwilligen aufbereitet und gelagert, bis sie von den örtlichen Krankenhäusern abgerufen werden. Viele Blutprodukte lassen sich nur wenige Wochen aufbewahren – ein steter Fluss an neuen Spenden ist daher unerlässlich. „Für Nordrhein-Westfalen beträgt der tägliche Bedarf etwa 2.800 Blutspenden“, erklärt Claudia Müller.

Abstand wahren
Die Teams des Blutspendedienstes West sind daher unverändert im ganzen Land unterwegs. Wenn auch derzeit mit einigen Besonderheiten. So stehen die bekannten Spendenmobile bereits seit Anfang März still. Der Grund: Im Inneren der Fahrzeuge ist der Platz zu beschränkt, um den derzeit notwendigen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Metern wahren zu können. Und auch die beliebten Spendetermine in Unternehmen werden vielfach gestrichen, seit ein Großteil der Belegschaften im Homeoffice arbeitet. Stattdessen konzentrieren sich die Rot-Kreuzler jetzt auf die bewährten, dezentralen Termine in Schulen, Gemeindezentren und mehr.

Zusammenhalten und Abstand wahren – dieses Credo gilt auch hier. „Wir legen großen Wert auf Räumlichkeiten, die entsprechende Abstände zwischen den Spenderbetten gewährleisten. Teils haben wir daher die Standorte gewechselt und sind zum Beispiel auf Turnhallen ausgewichen“, erklärt Claudia Müller weiter.

Sicherheit
Bei allen Terminen sind erhöhte Hygiene- und Sicherheitsstandards selbstverständlich. Dazu hat der DRK-Blutspendedienst ein ganzes Maßnahmenbündel beschlossen. Die Teams schützen sich mit Gesichtsschilden, Atemmasken und Plexiglasscheiben. Auch im Wartebereich wird auf ausreichend Abstand geachtet. Das Mitbringen weiterer Personen, etwa von Kindern, ist derzeit nicht möglich. Und auf eine weitere Tradition müssen die Blutspender ebenfalls verzichten: Die liebevoll vorbereiteten Buffets für die Stärkung danach werden bis auf Weiteres durch Lunchpakete zum Mitnehmen ersetzt.

Ehrenamt
Festangestellte und ehrenamtliche Helfer arbeiten Hand in Hand zusammen. Den 1.030 festangestellten Mitarbeitern stehen bei den Terminen jeweils gut zehn Freiwillige zur Seite. Die Ehrenamtler investieren viele Stunden ihrer Freizeit, damit die Spendentermine überhaupt möglich sind – von der Vorbereitung und Organisation über die Werbung vor Ort bis zum Einkauf und dem Brötchenschmieren für das Lunchpaket. Bevor der kleine Pieks gesetzt wird, um an das Blut zu gelangen, messen die Helfer bei jedem Spender zunächst die Körpertemperatur. Wer in den vergangenen vier Wochen im Ausland war, wird aktuell grundsätzlich nicht zur Spende zugelassen. Und auch alle Personen mit Erkältungssymptomen (selbst wenn sie nur leicht sein sollten), mit Husten oder Fieber sollten selbstverständlich zu Hause bleiben. Wichtig zu wissen: Das Blutspenden ist nicht mit einem Test auf das Corona-Virus verbunden – auch wenn viele Laien das glauben. Schon aufgrund der großen Personenzahl ist ein Test auf Covid-19 im Vorfeld der Spende nicht möglich. Und eine medizinische Notwendigkeit besteht ohnehin nicht. Bislang gibt es keine dokumentierte Übertragung des SARS-CoV-2-Virus per Bluttransfusion.

Erstspender willkommen
Jeder Spender ist wichtig. Auch alle, die sich erstmals in ihrem Leben dazu entschließen. „Erstspender sind uns natürlich sehr willkommen. Viele entschließen sich gerade in der aktuellen Situation, mit einer Blutspende etwas für andere, kranke oder verletzte Menschen zu tun“, weiß Claudia Müller zu berichten. Es gibt nur wenige Voraussetzungen: Erstspender müssen volljährig, gesund und fit sein. Auch ältere Menschen sind gern gesehene Blutspender. Das letzte Wort hat stets der anwesende Arzt vor Ort. Hat Corona das Verhalten der Spender verändert? Ja – zum Positiven! Die Spendenbereitschaft ist hoch, die Termine sind derzeit sehr gut besucht. Die Versorgung der Patienten mit Blutprodukten ist somit aktuell sichergestellt, so Claudia Müller. „Wir sind sehr beeindruckt und sehr dankbar für dieses Engagement der Bevölkerung – und wünschen uns, dass dies auch in den nächsten Wochen und Monaten so bleibt!“

Gut für NRW: Jeder WestLotto-Tipper hilft!

Rund 40 Prozent der Spieleinsätze bei WestLotto gehen an das Land NRW, das daraus gemeinnützige Institutionen aus Sport, Kunst und Kultur, Umwelt- und Denkmalschutz sowie Wohlfahrt fördert – wie zum Beispiel das Deutsche Rote Kreuz. Während der vergangenen Jahrzehnte sind bereits mehr als 28 Milliarden Euro in das Gemeinwohl geflossen, 637 Millionen Euro allein 2019. Davon profitieren alle in NRW – auch Sie!

Zwei über Achtzigjährige lassen sich vom Corona-Virus nicht stoppen

15.04.2020

Klemens Wittig (82) und Karl Walter Trümper (80) sind Leichtathleten aus Leidenschaft. Eine derbe Enttäuschung für sie: Die Europameisterschaften 2020 sind wegen des Corona-Virus gestrichen. Für sie jedoch kein Grund, das Training ruhiger angehen zu lassen. Bis zu viermal pro Woche trainieren sie weiter – wenn auch aktuell mit Abstand zueinander.

Die Dortmunder Klemens Wittig (82) und Karl Walter Trümper (80) sind Leichtathleten aus Leidenschaft. Sport gehört für sie seit Jahrzehnten einfach zum Alltag dazu. Bis zu viermal pro Woche trainieren die beiden – wenn auch aktuell wegen des Corona-Virus mit gebotenem Abstand zueinander. „Bewegung an frischer Luft muss einfach sein. Das ist der beste Weg, um das Immunsystem zu stärken und sich vor Erkrankungen zu schützen“, ist Wittig überzeugt. Für Trümper verbindet sich mit der derzeitigen Infektionswelle eine derbe sportliche Enttäuschung. Die Europameisterschaften 2020 auf der Blumeninsel Madeira sind ersatzlos gestrichen. „Dabei war es mein Plan, über zehn Kilometer und beim Halbmarathon zu starten“, sagt Trümper. Auf die nächsten Wettkämpfe werden die enthusiastischen Seniorensportler nun wohl bis 2021 warten müssen.

Bewegung hält gesund
Für andere wären die Absagen vielleicht ein Grund, das Training ruhiger angehen zu lassen. Für Klemens Wittig kommt das nicht in Frage. „Viermal pro Woche zehn Kilometer joggen, das ist mein Soll.“ Schließlich hat der Ruheständler – ebenfalls aufgrund der Corona-Pandemie – derzeit unfreiwillig viel Freizeit. „Meine Seniorenrunde, die KAB-Treffen, geplante Vorträge, alles fällt derzeit aus. Da bleiben mir zur Abwechslung ja nur der Sport und mein Garten.“ Der überzeugte Ehrenamtler weiß, wie sehr die aktuelle Situation auch die Sportvereine trifft. Umso mehr hofft er, dass möglichst bald wieder Normalität einkehren kann. Angst vor dem Virus? Das kennt er nicht. „Ich fühle mich gesund und habe keine Vorerkrankungen. Natürlich halte ich aber die allgemeinen Verhaltensregeln ein, um mich vor einer Ansteckung zu schützen.“ Wegen des Virus gänzlich auf den Sport verzichten? Daran haben Wittig und Trümper hingegen keine Sekunde gedacht!

Schon seit dem 16. Lebensjahr ist Karl Walter Trümper, der für den LC Rapid Dortmund startet, aktiver Leichtathlet. Bei wie vielen Wettkämpfen hat er in all den Jahren teilgenommen? „Das kann ich nur schätzen, aber in 64 aktiven Sportjahren dürften es gut 1.000 sein – drei Viertel davon im Seniorenbereich.“ Zu seinen Paradedisziplinen gehören die Laufstrecken über 1.500, 3.000 und vor allem 5.000 Meter. Zusätzlich erzielte er im Seniorensport Europarekorde auf allen Distanzen von 800 Metern bis zum Halbmarathon – und über 1.500 Meter sogar einen Weltrekord. Auch die fünf Weltmeister- sowie zwölf Europameistertitel sprechen für sich. „Hinzu kommen sicherlich noch gut 30 Titel bei den Deutschen Meisterschaften.“

Laufen ist sein Leben
Die Anerkennung und der Sieg stehen für Trümper aber gar nicht im Mittelpunkt, räumt er ein: „Schon in meiner Kindheit war ich sehr bewegungsaktiv, alles Weitere hat sich fast von selbst ergeben.“ Laufen bedeutet Leben für ihn – eine Leidenschaft, die ihn nicht loslässt. Nach einer Operation und einer fast zweijährigen Verletzungspause will er sich nun wieder zurückkämpfen auf Meisterschaftsniveau. Ein Plan, für den es viel Disziplin und regelmäßiges Training braucht. Umso mehr hofft er, nach den Absagen in diesem Jahr spätestens 2021 wieder an den Start gehen zu können.

Spät durchgestartet
„Ich war schon immer ein quirliger und sportlicher Typ“, berichtet Klemens Wittig über seine jahrzehntelange Sportlerkarriere. Er startet heute für die LG Olympia Dortmund. Zum Laufen fand er allerdings erst mit der Trimm-Dich-Bewegung. „Meinen ersten Marathon lief ich mit 49.“ Egal ob Berlin, London, New York, Hawaii – Wittig ließ kaum einen der großen Wettkämpfe aus. Sein unvergesslichstes Erlebnis? „Das war der Wiedervereinigungsmarathon 1990 in Berlin. Da ich selbst 1958 aus der DDR geflohen bin, war dies ein hochemotionaler Wettkampf für mich.“

Weltrekord im Visier
Warum sollte man im Ruhestand mit dem Leistungssport aufhören? Das kam auch für Wittig nicht in Frage. Von 800 Metern bis zum Marathon, von Berglauf bis Cross sammelte der rüstige Ruheständler fleißig weiter Medaillen und Pokale. Auch internationale Erfolge ließen nicht lange auf sich warten, vor allem in der Kategorie M70. Und wenn erstmal die Corona-Pandemie überstanden ist, will auch er neu angreifen. „Gemeinsam mit drei Sportkameraden, einer aus Dortmund, zwei aus Hamburg, will ich einen neuen Senioren-Weltrekord über 4 x 800 Meter aufstellen. Und das werden wir auch schaffen – wenn nicht in dieser Saison, dann spätestens 2021.“

„Wille und Stärke sind meine persönlichen Antriebskräfte“, berichtet der Läufer weiter. Er genießt die Erfolgserlebnisse – und nutzt den Sport zugleich, um gesund und fit zu bleiben. „Ohne Training von bis zu 50 Kilometern pro Woche sowie ohne gesundes Essen und Trinken geht es nicht. Der Lohn für alle Mühen, Entbehrungen und oftmals auch das Überwinden des inneren Schweinehundes: Bis heute benötige ich keine Medikamente. Und dafür bin ich sehr dankbar.“

40 Prozent der Spieleinsätze bei WestLotto gehen an das Land NRW, das daraus gemeinnützige Institutionen aus Wohlfahrt, Kunst und Kultur, Umwelt- und Denkmalschutz sowie Sport fördert – so auch den Landessportbund Nordrhein-Westfalen. Während der vergangenen Jahrzehnte sind bereits mehr als 28 Milliarden Euro in das Gemeinwohl geflossen, 637 Millionen Euro allein 2019. Davon profitieren alle in NRW – auch Sie!

Freiwillige Hilfe in einer schwierigen Zeit.

15.04.2020

Überall in Nordrhein-Westfalen rattern die Nähmaschinen auf Hochtouren. Ehrenamtliche Initiativen, kirchliche Gruppen und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen produzieren mehrere 100 Mund-Nase-Masken täglich. Auch wenn es sich dabei nicht um Medizinprodukte handelt, können die Masken dabei helfen, eine Infektion mit Corona zu verhindern.

Überall in Nordrhein-Westfalen rattern derzeit die Nähmaschinen auf Hochtouren. Ehrenamtliche Initiativen, kirchliche Gruppen und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen produzieren so viele Mund-Nase-Masken, wie es nur geht.

Fröhliche Farbtupfer in einer schwierigen Zeit – dafür sollen die handgenähten Masken von „Mano nelle Mano“ sorgen. Die Upcycling-Firma der Evangelischen Stiftung Hephata in Mönchengladbach kümmert sich sonst darum, ausrangierten Kleidungsstücken durch geschicktes Schneidern ein zweites Leben einzuhauchen. Umfassendes Textil-Know-how ist also vorhanden, ebenso wie die Grundprodukte in Form hochwertiger Baumwollstoffe sowie die technische Ausstattung. Da lag die Idee auf der Hand, auf die Produktion von Mund-Nase-Masken umzusteigen. Natürlich – und das betonen alle Initiativen – handelt es sich nicht um ein Medizinprodukt oder einen zertifizierten Atemschutz. Gleichwohl können die Masken in Zeiten von Corona das persönliche Sicherheitsgefühl erhöhen und womöglich sogar Infektionen verhindern. Experten wie des Robert-Koch-Instituts empfehlen das Tragen in der Öffentlichkeit.

Psychologische Unterstützung
In jedem Fall dienen die Masken made in Mönchengladbach mit ihrem bunten Look auch der psychologischen Unterstützung, unterstreicht die Textildesignerin Ghazal Schneider: „Steril und weiß nach Krankenhaus sollten sie nicht wirken.“ Als Grundmaterial dienen Baumwollstoffe, häufig gewaschene und dadurch schadstofffreie Bettwäsche. Die Stoffe stammen aus den vier „Hep-Shops“ der Stiftung, wo Ware aus zweiter Hand verkauft wird. Alle helfenden Hände packen derzeit mit an, gut 150 Masken schafft das Team pro Tag, erklärt Abteilungsleiterin Elke Ipp: „Uns liegen schon gut 1.500 Bestellungen vor und täglich werden es mehr.“ Genäht werde für Hephata, vor allem den Bereich Wohnen. Aber auch Privatpersonen können die bunten Unikate kaufen.

Heimarbeit
Alle nähen mit – unter diesem Motto hat die Diakonie im Kirchenkreis Kleve gut 25 ehrenamtliche Helfer gewonnen, die aktuell Masken in Heimarbeit fertigen. „Das ist ein toller Erfolg, für den wir uns herzlich bedanken“, erklärt Pressesprecher Stefan Schmelting. Diakonie-Beschäftigte, die nun im Homeoffice arbeiten und Zeit erübrigen, helfen ebenso mit wie Pensionäre oder Menschen mit Migrationshintergrund, die in normaleren Zeiten teils selbst die Betreuungsangebote der Diakonie nutzen. Mehrere Hundert Masken sind bereits zusammengekommen. Und täglich wird weitergenäht. Die Diakonie verwendet professionelle OP-Masken dort, wo sie tatsächlich nötig sind. Die selbst genähten Modelle werden von Pflegefachkräften, von Betreuerinnen und Betreuern des Ambulant Betreuten Wohnens und Mitarbeitern der Diakonie-Beratungsangebote getragen. „Damit das mit dem notwendigen Abstand überhaupt möglich sein kann, sind die Masken eine unabdingbare Hilfe“, erklärt Schmelting weiter.

Abstand wahren
Da die üblichen Hersteller kaum Nachschub liefern können, behelfen sich vielerorts Diakonie und kirchliche Gruppen selbst. So auch bei „diakonis“ in Detmold: Hier griffen Mitarbeitende und Ehrenamtliche kurzerhand zu Schere, Nähmaschine und Stoffen. Abstand zu halten, das ist in der Pflege nicht ohne Weiteres möglich. Sowohl in den Seniorenzentren als auch im Ambulanten Dienst sind die diakonis-Mitarbeiter weiterhin ganz nah am Menschen. Die selbst gefertigten Masken sind hier besonders wichtig. Mindestens 1.000 Stück wollen die ehrenamtlichen Helfer daher nähen.

Produktion verdoppelt
In noch größeren Dimensionen plant Martin Henke, Geschäftsführer von „proWerk“. Die Werkstatt für Menschen für Behinderungen gehört zu den Stiftungen Bethel (Bielefeld) und verfügt über einen Textilbereich mit 35 Industrienähmaschinen. Zu den Klassikern gehören die beliebten Geschirrtücher im Design der Bauhaus-Künstlerin Benita Koch-Otte. Farbenfrohe Karos, gerne auch in kräftigen Kontrasten wie Türkis-Grün-Rot, bringen eine frische Atmosphäre in jede Küche. Doch jetzt hat die Textilwerkstatt die Produktion komplett auf Mund-Nase-Masken umgestellt. „Die Nachfrage ist regelrecht explodiert, erst recht nach der jüngsten Empfehlung des Robert-Koch-Instituts“, sagt Henke. Rund 300 Masken fertigt proWerk derzeit pro Tag, mit weiteren Leihmaschinen solle die Produktion kurzfristig auf bis zu 600 Stück verdoppelt werden. Anfragen von Privatpersonen können aktuell nicht bedient werden, erklärt Henke weiter: „Wir bringen die Masken in Bielefeld und Ostwestfalen dorthin, wo sie am nötigsten gebraucht werden – zu Krankenhäusern, ambulanten und stationären Pflegediensten.“

Wie viel Schutz bieten Masken?
Abstand wahren – das bleibt das Gebot der Stunde. Zusätzlich können Mund-Nase-Masken das Risiko einer Virenübertragung auf andere mindern. Das Tragen könne daher auch für Menschen ohne Symptome sinnvoll sein, so eine aktuelle Empfehlung des Robert-Koch-Instituts (RKI). Wissenschaftlich belegt sei das jedoch nicht. Jeder sollte wissen: Selbstgenähte Masken erfüllen nicht die Vorgaben an Medizinprodukte und Schutzausrüstung. Auch die gängige Chirurgenmaske soll übrigens nicht den Arzt, sondern in erster Linie den Patienten vor einer Tröpfcheninfektion schützen. Medizinische Standards mit hoher Filterwirkung erfüllen sogenannte FFP2- und FFP3-Schutzmasken. Diese sind Ärzten und Pflegekräften vorbehalten.

Wir sagen Danke! Seit über 60 Jahren: Mit rund 40 Prozent Ihres Spieleinsatzes unterstützt WestLotto über Abgaben an das Land gemeinnützige Institutionen in NRW. Dazu gehören Verbände und Vereine aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport, Kunst und Kultur sowie Umwelt- und Denkmalschutz – so auch die Diakonie. Während der vergangenen Jahrzehnte sind auf diese Weise bereits mehr als 28 Milliarden Euro in das Gemeinwohl geflossen, 637 Millionen Euro allein 2019. Davon profitieren alle in NRW – auch Sie!

So gelingt Integration

24.09.2019

Die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen der AWO-Integrationsagentur geben täglich ihr Bestes, um für Neuankömmlinge in Gelsenkirchen eine gute Basis zu schaffen.

Ärmel hochkrempeln und gemeinsam malochen, bis das Ziel erreicht ist – die Bergbau-Mentalität prägt bis heute die Menschen im Ruhrgebiet. In Kumpel-Manier packen auch die Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt (AWO)-Integrationsagentur in Gelsenkirchen schnell und konkret an - während andere womöglich noch lange diskutieren. „Bei uns zählt der Mensch, nicht die Herkunft“, bringt es Admir Bulic, der Leiter der Integrationsagentur, auf den Punkt.

So vielfältig und bunt wie die Gesellschaft ist auch das AWO-Team zusammengesetzt, von Sozialarbeitern bis zu Menschen ohne Berufsabschluss. „Wir sprechen über 20 Sprachen. Mit Honorarkräften und Dozenten arbeiten gut 80 Personen für die Integrationsagentur – zusätzlich zu vielen Ehrenamtlichen“, berichtet Bulic. Bemerkenswert dabei: Einen Großteil der Mitarbeiter gewinnt die AWO aus dem Kreis der Betroffenen selbst und qualifiziert sie mit eigenen Seminaren als „Integrationslotsen“. Jeder und jede bringt dabei die eigene Lebensgeschichte und individuelle Stärken mit, die für die tägliche Arbeit hilfreich sind. Integrationslotsinnen wie Georgiana Abbas finden nicht nur wegen ihrer Sprachkenntnisse schnell den richtigen Draht zu Neu-Gelsenkirchenern. Abbas etwa spricht sechs Sprachen, absolvierte 2015 ein Praktikum bei der AWO und ist seitdem nicht mehr aus dem Team wegzudenken. „Am schönsten ist es zu sehen, wenn die Familien nach einiger Zeit nicht mehr unsere Hilfe benötigen, sondern alleine zurechtkommen“, sagt sie.

Die multikulturelle Zusammensetzung schafft Vertrauen. Zu den besonders erfahrenen Mitarbeiterinnen in der Integrationsagentur zählt Bedia Torun. Als politisch Verfolgte fand sie vor gut 30 Jahren den Weg aus der Türkei nach Deutschland. „Frau, Migrantin und behindert – mit meinem eigenen Horizont kann ich mich sehr gut in die Perspektive der Betroffenen hineinversetzen.“ Um administrative Aufgaben, etwa das Gestalten von Flyern, kümmert sich Otto Hünemörder: Nach seiner kaufmännischen Berufsausbildung war er lange Jahre arbeitssuchend, bis er schließlich 2011 bei der AWO seine Berufung fand.

Schon seit mindestens 40 Jahren ist die Gelsenkirchener AWO im Bereich der Integration tätig, auch wenn es die Integrationsagentur erst seit zehn Jahren gibt. Immer wieder haben sich die Schwerpunkte verändert – von den ersten Gastarbeiter-Generationen über den Kreis der Spätaussiedler bis hin zu Kriegs- und Armutsflüchtlingen der vergangenen Jahre. Heute bildet zudem der Zuzug von Menschen aus den östlichen EU-Ländern einen Schwerpunkt der Arbeit. Wichtig ist es für Bulic, flexibel zu bleiben und die Aufgaben unbürokratisch anzugehen: „Wir sitzen nicht einfach in unseren Büros und denken uns etwas aus, das gut auf dem Papier klingt. Sondern wir sprechen mit betroffenen Menschen und Institutionen vor Ort, um bedarfsorientierte Projekte und Methoden zu entwickeln.“

Bulic selbst stammt aus einer Gastarbeiterfamilie, seine Eltern kamen in den 1970er-Jahren aus Ex-Jugoslawien. Während seine Mutter als Reinigungskraft arbeitete, fand der Vater Arbeit im Bergbau. Wichtig ist ihm eine Kommunikation auf Augenhöhe. Dazu sind die AWO-Integrationslotsen in den Ortsteilen und Wohnquartieren permanent präsent. Zugewanderte, die neu nach Gelsenkirchen kommen und sich anmelden, werden zur Begrüßung gemeinsam durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der AWO besucht. Ist alles mit der Wohnung und der Miete, mit Strom und Wasser geregelt, sind die Kinder in der Schule angemeldet, wissen die Neu-Gelsenkirchener um Pflichten wie etwa das Müllsortieren oder den Treppendienst? Häufig sind es alltägliche Dinge, die erst einmal organisiert werden wollen.

Dabei handeln die AWO-Mitarbeiter nach dem Prinzip des „Förderns und Forderns“, unterstreicht die Geschäftsführerin Gudrun Wischnewski: „Unser Ziel ist, sie so zu unterstützen, dass sie ihr Leben alleine organisieren können.“ Admir Bulic ergänzt: „Vieles ist den Menschen aus ihrem Herkunftsland nicht bekannt. Hier wollen wir Verständnis schaffen und vermitteln, bevor es etwa zu Reibungspunkten in der Nachbarschaft kommt.“ Straßenfeste und ähnliche Formen der Begegnung, aber auch das enge Netzwerk mit kommunalen Behörden, gemeinnützigen Organisationen und den Sportvereinen vor Ort hilft dabei, Brücken zwischen den Kulturen zu bauen.

Mit ihrer Arbeit hat die Gelsenkirchener Integrationsagentur zahlreiche Auszeichnungen gewonnen. Das Erfolgsrezept? Bulic antwortet mit einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: „Erfolg hat drei Buchstaben: TUN!“ Deshalb malochen die AWO-Mitarbeiter jeden Tag aufs Neue, damit Integration gelingen kann.

Ob LOTTO 6aus49, Eurojackpot oder Rubbellose – als Deutschlands größter Lotterieveranstalter mit staatlichem Auftrag stehen wir seit 1955 für ein sicheres und seriöses Spiel. Aber wir machen nicht nur unsere Tipper zu Gewinnern! Denn rund 40 Prozent der Spieleinsätze gehen an das Land NRW, das damit gemeinnützige Institutionen aus Wohlfahrt, Sport, Kunst und Kultur sowie Umwelt- und Denkmalschutz fördert. So zum Beispiel auch die Arbeiterwohlfahrt NRW, die damit viele Projekte und Aktivitäten ermöglichen kann. Während der vergangenen Jahrzehnte sind bereits mehr als 28 Milliarden Euro in das Gemeinwohl geflossen, 650 Millionen Euro allein im Jahr 2018. Davon profitieren alle in NRW – auch Sie!

Mechthild hat das Down-syndrom und arbeitet seit 15 Jahren bei Westfalenfleiß

18.07.2019

Heute näht Mechthild Steffen einen olivgrünen Schirm. In der Werkstatt von Westfalenfleiß herrscht eine familiäre Atmosphäre und Tag für Tag reges Treiben. Die meisten der Beschäftigten sind Menschen mit Behinderungen. Mechthild hat das Down-syndrom und arbeitet seit 15 Jahren hier.

Heute näht Mechthild Steffen einen olivgrünen Schirm. Diese Parapluies gibt es in verschiedenen Größen und Ausführungen. In der Werkstatt mitten im Industriegebiet herrscht eine familiäre Atmosphäre. Hier am münsterschen Kesslerweg stehen die Gebäude der Westfalenfleiß GmbH. Insgesamt 470 von rund 900 Beschäftigten sortieren, drucken, montieren, nähen, lagern, verpacken, schreinern, gärtnern, kochen Tag für Tag – die meisten von ihnen sind Menschen mit Behinderungen, einige auch Menschen mit psychischer Erkrankung. 32 sind in der Näherei und Teilmontage beschäftigt. Mechthild Steffen ist Ende 30 und eine von ihnen. Seit mehr als 15 Jahren arbeitet die Frau mit dem Down-Syndrom bei Westfalenfleiß, nach wie vor bereitet ihr die Handarbeit Freude, sie geht gern arbeiten. „Wenn es Arbeit gibt, dann bin ich auf jeden Fall dabei.“ Ihr Strahlen leuchtet über das ganze Gesicht. Man kann sehen, wie stolz sie auf ihren Job ist.

In der Näherei werden Tag für Tag in feinster Handarbeit Arbeitsschirme, Spanngurte, Taschen und weitere Produkte für Unternehmen genäht. Der Auftraggeber stellt das Material – die Fertigung erfolgt direkt hier. Alles baut aufeinander auf, nur einen Raum weiter werden die einzelnen Teile montiert und für den Versand fertiggemacht. Ein kleines Team von Gruppenleitern betreut die jeweiligen Abteilungen, jeder kennt hier jeden. So kann individuell auf die Stärken und Schwächen einzelner Beschäftigter eingegangen werden. Jeder darf sich an allem ausprobieren und dann das machen, was ihm am besten liegt. „Das gefällt mir“, sagt Mechthild Steffen. „Ich habe einen wunderschönen Schulabschluss gemacht und bin dann für ein Praktikum zu Westfalenfleiß gegangen“, berichtet sie weiter. Im Anschluss daran war die Gärtnerei eine feste Station. Nach einiger Zeit wurde das der jungen Frau jedoch zu grobmotorisch. „Da bekomme ich ja rote Hände“, lacht sie. Also fing sie in der Näherei an. Ein Schritt, den sie bis heute nicht bereut.

Seit über 90 Jahren arbeiten bei Westfalenfleiß, deren Gesellschafter unter anderem die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Westliches Westfalen ist, Menschen mit Behinderungen. Was viele nicht wissen: Die AWO Nordrhein-Westfalen erhält – über den Haushalt des Landes – Gelder aus Spielerträgen von WestLotto. Damit trägt das Unternehmen dazu bei, dass viele AWO-Projekte möglich werden.

Wer langsam arbeitet oder noch lernt, erhält bei Westfalenfleiß die gleiche Anerkennung wie jemand, der die Säume der Schirme in Rekordzeit routiniert vernäht. So fühlt sich hier niemand benachteiligt und jeder weiß, was seine Arbeit wert ist. Ein gelungenes Miteinander, eine angenehme Arbeitsatmosphäre und eine Chance für diejenigen, die nicht oder noch nicht auf dem regulären Arbeitsmarkt Fuß fassen können, eine Struktur zu finden und ihre Talente unter Beweis zu stellen. Die sieben Menschen mit Behinderung, die ihren Arbeitsplatz in der Näherei haben, arbeiten fünf Tage die Woche von 7.45 bis 15.45 Uhr. Geregelte Pausen sorgen dafür, dass die gute Laune nicht abhanden kommt. „Dann wird gegessen, geredet und gelacht. Das mag ich gerne“, schwärmt Mechthild Steffen. Sie ist jetzt seit 15 Jahren Teil von Westfalenfleiß und möchte sich das so schnell nicht mehr nehmen lassen. Sie findet hier alles an einem Ort: Abwechslung, Freunde, Arbeit – jeden Tag aufs Neue.

Die Westfalenfleiß GmbH Arbeiten und Wohnen ist ein gemeinnütziges Unternehmen. Ziel ist es, Menschen mit Behinderung Wohn- und Arbeitsangebote zu machen. Die Westfalenfleiß GmbH, deren Gesellschafter seit 1975 unter anderem die Arbeiterwohlfahrt Bezirk Westliches Westfalen ist, will dazu beitragen, dass alle Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Die Arbeiterwohlfahrt selbst wird 100 Jahre alt. Zu diesem runden Geburtstag hat der AWO Bezirksverband Westliches Westfalen viele Geschichten über seine Arbeit gesammelt, die im Internet zu finden sind.

Gut für NRW: Jeder WestLotto-Tipper hilft dem Gemeinwohl!

Ob LOTTO 6aus49, Eurojackpot oder Rubbellose – als Deutschlands größter Lotterieveranstalter mit staatlichem Auftrag steht WestLotto seit 1955 für ein sicheres und seriöses Spiel. Aber WestLotto macht nicht nur Tipper zu Gewinnern! Denn rund 40 Prozent der Spieleinsätze gehen an das Land Nordrhein-Westfalen, das damit Organisationen aus den Bereichen Sport, Natur- und Denkmalschutz, Kunst, Kultur und Wohlfahrt fördert – zum Beispiel die AWO, durch die das Angebot der Reparaturwerkstatt ermöglicht wird. Während der vergangenen Jahrzehnte sind auf diese Weise bereits mehr als 27 Milliarden Euro in das Gemeinwohl geflossen, 652 Millionen Euro allein im Jahr 2018. Damit wird jeder Spieler bei WestLotto zum Denkmalschützer, Sportförderer, Kunstförderer, Naturschützer oder Wohltäter.

Davon profitieren alle in NRW – auch Du!

Reparatur-Service im Café

16.05.2019

Klick. Nichts passiert. Klick. Konzentriert tippt Marius Storp (28) weiter auf der Tastatur des schwarzen Laptops und kneift die Augen dabei etwas zusammen. Klick. Plötzlich strahlt er den älteren Herren vor sich an. „Ich glaube, ich habe das Problem gefunden.“ Reparieren statt wegwerfen – von diesem Motto ist der Informatikstudent überzeugt.

Klick. Nichts passiert. Klick. Konzentriert tippt Marius Storp (28) weiter auf der Tastatur des schwarzen Laptops und kneift die Augen dabei etwas zusammen. Klick. Plötzlich strahlt er den älteren Herren vor sich an. „Ich glaube, ich habe das Problem gefunden.“

Reparieren statt wegwerfen – von diesem Motto ist der Informatikstudent überzeugt. Im Reparatur-Café in der AWO Begegnungsstätte in Bottrop-Eigen schraubt und werkelt Marius gemeinsam mit anderen Freiwilligen einmal im Monat an Stereoanlagen, Uhren, Staubsaugern oder auch an Druckern und Computern – eben an allem, was mit ein paar Tricks und Kniffen wieder funktionstüchtig gemacht werden kann. „Mir macht es einfach Spaß, wenn ich ein Problem lösen und anderen Menschen dadurch helfen kann“, sagt Marius. Der Bottroper war einer der ersten der mittlerweile 18 Tüftler, die sich für das Projekt der AWO engagieren. Ein Kommilitone machte ihn vor drei Jahren auf eine Zeitungsanzeige aufmerksam, in der Helfer gesucht wurden. „In meiner Freizeit habe ich schon immer an Computern und Geräten von Freunden rumgebastelt, deshalb fand ich die Idee klasse, das auch für andere zu machen, die vielleicht nicht auf solche Unterstützung zurückgreifen können.“

So wurde aus einem Hobby ein nachhaltiges Ehrenamt, das für viele Menschen Gold wert ist.

Denn nicht jeder kann es sich finanziell leisten, defekte Geräte sofort zu ersetzen. Und gut für die Umwelt ist es auch. Gemeinsam mit der AWO-Quartiersmanagerin Ute Beese und der Initiatorin des Reparatur-Cafés, Heike Puchenberg, bauten Marius und sein Kommilitone das Angebot auf. „Besonders toll war es, als die Bude so rappelvoll war, dass die Leute schon eine Stunde vorher Schlange standen“, erinnert sich der Student an die Anfänge. „Da haben wir gespürt, dass der Bedarf groß ist.“ Rappelvoll ist es noch immer jeden Monat – lange, bevor sich die Türen öffnen.

Etwa 30 bis 40 Menschen kann das Reparaturteam pro Abend helfen. Möglichst niemand soll vergeblich kommen. Das kann manchmal zwar etwas dauern, aber die Wartenden nehmen es gelassen. In der Zwischenzeit können sie sich bei kostenlosem Kaffee und Kuchen unterhalten oder in der Tauschecke nach gut erhaltenen Büchern, Werkzeugen oder Geschirr stöbern. Auch hier unterstützen freiwillige Helferinnen und Helfer mit Selbstgebackenem und einem offenen Ohr. Viele der Besucher kommen regelmäßig – eben auch wegen der netten Gesellschaft. Bei den Reparaturen helfen sie mit. Wenn möglich, sollen sie das Problem beim nächsten Mal alleine lösen können.

„Wir versuchen gemeinsam, Lösungen zu finden. Deshalb ist es wichtig, dass man gerne mit anderen Menschen zusammenarbeitet und sich auf verschiedene Situationen einstellen kann“, erklärt Informatiker Marius. Technisches Verständnis und Geduld seien aber natürlich die Grundlage für die Arbeit. „Am meisten Spaß macht es, im Team an einem Problem zu tüfteln, bis man die Lösung gefunden hat. Es ist schön zu sehen, wie sich Menschen freuen, wenn ein Gerät wieder funktioniert. Gleichzeitig lerne ich bei jeder Reparatur immer etwas Neues dazu.“

Jeder der freiwilligen Helfer im Reparatur-Café hat ein Spezialgebiet: Einige widmen sich am liebsten handwerklichen Aufgaben, einer hat sich auf Uhrwerke spezialisiert, andere kümmern sich am liebsten um PC-Probleme – wie Marius. Etwa drei bis vier Stunden pro Monat investiert der Student für Organisation und Reparaturen. „Man kann auch mit wenig Zeitaufwand etwas bewegen“, sagt er. „Deshalb sehe ich keinen Grund, sich nicht zu engagieren.“ Einen Tipp für all diejenigen, die sich einbringen möchten, hat er auch: „Am besten erstmal schlau machen und überlegen, wie man sein Hobby sinnvoll einsetzen kann. Dann kann man am besten helfen, denn es ist wichtig, dass man mit Spaß bei der Sache ist.“

Gut für NRW: Jeder WestLotto-Tipper hilft dem Gemeinwohl!

Ob LOTTO 6aus49, Eurojackpot oder Rubbellose – als Deutschlands größter Lotterieveranstalter mit staatlichem Auftrag steht WestLotto seit 1955 für ein sicheres und seriöses Spiel. Aber WestLotto macht nicht nur Tipper zu Gewinnern! Denn rund 40 Prozent der Spieleinsätze gehen an das Land Nordrhein-Westfalen, das damit Organisationen aus den Bereichen Sport, Natur- und Denkmalschutz, Kunst, Kultur und Wohlfahrt fördert – zum Beispiel die AWO, durch die das Angebot der Reparaturwerkstatt ermöglicht wird. Während der vergangenen Jahrzehnte sind auf diese Weise bereits mehr als 27 Milliarden Euro in das Gemeinwohl geflossen, 652 Millionen Euro allein im Jahr 2018. Damit wird jeder Spieler bei WestLotto zum Denkmalschützer, Sportförderer, Kunstförderer, Naturschützer oder Wohltäter.

Davon profitieren alle in NRW – auch Du!

Für Milo spricht eine Talker-App vom iPad

18.04.2019

Digitalisierung ermöglicht dem sechsjährigen Milo Teilhabe. Der Junge besucht die inklusive Kindertagesstätte Schikita der Caritas Lebenswelten in Aachen. Eine Talker-App auf einem iPad hilft dem sprachbehinderten Kind, seine Bedürfnisse zu äußern. Seit Milo dieses Hilfsmittel hat, wirkt der Junge viel zufriedener, äußert sein Umfeld...

Foto: © Caritas / Christian Heidrich

Digitalisierung ermöglicht dem sechsjährigen Milo Teilhabe. Der Junge besucht die inklusive Kindertagesstätte Schikita der Caritas Lebenswelten in Aachen. Eine Talker-App auf einem iPad hilft dem sprachbehinderten Kind, seine Bedürfnisse zu äußern. Seit Milo dieses Hilfsmittel hat, wirkt der Junge viel zufriedener, äußert sein Umfeld.

Milo leidet von Geburt an dem ATR-X-Syndrom, einer angeborenen, nur bei männlichen Patienten auftretenden Erkrankung mit schwerer Entwicklungsverzögerung. In der Regel ist bei den Betroffenen die Sprache stark eingeschränkt. Auch bei Milo. „Milo kann nur lautieren. Worte kann er nicht sprechen. Aber er hat ein iPad, dass ihm beim Sprechen hilft.“, sagt Doris Noteborn, Leiterin der Schikita.

Das Prinzip ist relativ einfach. Auf dem iPad ist eine Talker-App installiert, die dem Sechsjährigen hilft, seine Bedürfnisse zu äußern. Die App soll sowohl seine Kommunikation im Alltag unterstützen als auch soziale Teilhabe gewähren. Die Menüführung erfolgt über Symbole, die Milo anklickt. So kann er zum Beispiel beim Frühstück in seiner „Blauen Gruppe“ selbstständig auswählen, was er essen möchte. Er drückt auf das Symbol Brot, wenn er Brot möchte und das iPad sagt: „Ich möchte Brot haben“.

Die Krankenkasse finanziert den tragbaren Computer, der kaum größer ist als ein A5-Schreibheft. Milo nutzt ihn sowohl in der Kindertagesstätte als auch zuhause. Ein Reha Unternehmen hat das iPad geliefert und gemeinsam mit Milo, seinen Eltern und Julia Haak, der Logopädin der Schikita, herausgefunden, mit welchem Hilfsmittel der Junge am besten zurechtkommt. „Seit er das Gerät benutzt kommen von Milo viel mehr Lautäußerungen als früher. Er macht einen viel zufriedeneren Eindruck“, sagt Julia Haak. Innerhalb weniger Augenblicke kann sie die App so einstellen, dass das iPad neue Begriffe sagen kann. Einige Begriffe spricht Julia Haak selbst auf das iPad, so dass eine für Milo vertraute Stimme die Worte spricht, wenn er auf die entsprechenden Symbole klickt. Für Doris Noteborn sind die App und das iPad ein großer Fortschritt. Vorbei ist das analoge Zeitalter, als sprachgestörte Kinder mit aktenordnergroßen Talkern hantieren mussten, um sich verständlich zu machen. Die Kinder waren nicht so mobil wie heute. „Die Lebensqualität und Teilhabe beeinträchtigter Menschen hat sich mit den heutigen Hilfsmitteln sehr verbessert“, sagt sie. Und das iPad lässt Kinder wie Milo tagtäglich mit einer Technik umgehen, die für die Altersgenossen eine Attraktion ist. „Milo wirkt nun viel ausgeglichener“, sagt die Kita-Leiterin. Ihr zeigt dieses Beispiel, dass sich soziale Berufe der Digitalisierung nicht verschließen dürfen, weil sie Gutes bewirken kann für die Menschen, für die soziale Arbeit da ist.

Jeder Tipper hilft

Ob LOTTO 6aus49, Eurojackpot oder Rubbellose – als Deutschlands größter Lotterieveranstalter mit staatlichem Auftrag steht WestLotto seit 1955 für ein sicheres und seriöses Spiel. Aber WestLotto macht nicht nur die Tipper zu Gewinnern! Denn rund 40 Prozent der Spieleinsätze gehen an das Land NRW, das daraus Institutionen aus Denkmalschutz, Sport, Kunst und Kultur, Wohlfahrt und Naturschutz fördert. Auch die Caritas gehört dazu. In den vergangenen Jahrzehnten sind auf diese Weise bereits weit mehr als 27 Milliarden Euro in Nordrhein-Westfalen ins Gemeinwohl geflossen, 2018 rund 650 Millionen Euro.

Nachwuchs für den Nachwuchs

11.12.2018

In NRW fehlen Hebammen. Die schlechten Arbeitsbedingungen machen den Traditionsberuf unattraktiv, dabei ist er einer der bedeutendsten überhaupt. Umso wichtiger ist es also, Nachwuchskräfte auszubilden. Zum Beispiel an der Hebammenschule in Bensberg, die sich über geringes Interesse an Auszubildenden allerdings nicht beschweren kann – ganz im Gegenteil.

In NRW fehlen Hebammen. Einige Gründe dafür sind die große Arbeitsbelastung, geringe Bezahlung und hohen Versicherungsbeiträge. Das macht den Traditionsberuf für viele unattraktiv, dabei ist er einer der bedeutendsten überhaupt. Umso wichtiger ist es also, Nachwuchskräfte auszubilden. Das geschieht unter anderem am Vinzenz-Pallotti-Hospital in Bensberg. Die Hebammenschule mit katholischer Ausrichtung kann sich über geringes Interesse an Auszubildenden allerdings nicht beschweren – ganz im Gegenteil.

Wenn Frauen ihr erstes Kind erwarten, ist es für sie besonders wichtig, eine Vertrauensperson an ihrer Seite zu haben, die sie bei allen seelischen und körperlichen Veränderungen begleitet und unterstützt. Eine Schwangerschaft bedeutet nämlich für die Frau und ihre Familie große Veränderungen – nicht erst mit der Geburt, sondern schon vom ersten Tag an. Und genau hier geht die Arbeit der Hebamme bereits los. Denn: Die Begleitung und Betreuung bis zur Entbindung ist das Kernstück ihrer vielseitigen Arbeit. Darauf werden auch die Hebammen-Azubis am Vinzenz-Pallotti-Hospital in Bensberg vorbereitet. In dem Krankenhaus östlich von Köln gibt es eine eigene Hebammenschule, deren Träger die Krankenhausgesellschaft GFO ist. Diese gehört zur Caritas-Familie.

Die Ausbildungsstätte in Bensberg ist eine von insgesamt zehn Hebammenschulen in NRW. Trotz Problemen rund um schlechte Bezahlung, hohe Haftpflichtprämien und Arbeitsbelastung kann sich die 1989 gegründete Hebammenschule nicht über eine sinkende Anzahl an Bewerbungen beschweren – im Gegenteil. Rund 200 junge Frauen hatten sich vor Ausbildungsstart auf die 20 Ausbildungsplätze beworben. „Wer sich für diesen Weg entscheidet, ist eine gute Hebamme. Denn für den ist dieser Beruf eine Berufung“, so Schulleitern Petra Kahlberg-Spix. Derzeit dauert die Ausbildung zur Hebamme drei Jahre. Auf die Auszubildenden im Vinzenz-Pallotti-Hospital warten in dieser Zeit 3.000 Praxis- und 1.600 Theoriestunden sowie zweimal ein je sechswöchiges Praktikum bei einer freiberuflichen Hebamme. Da im Schnitt 1.900 Kinder jährlich in der Bensberger Klinik das Licht der Welt erblicken, kann während der Lehre viel praktische Erfahrung gesammelt werden. Wichtig ist es auch, dass die angehenden Hebammen lernen, Frauen bei der Gestaltung ihrer individuellen Geburt zu unterstützen. Doch die Ausbildung verfolgt noch weitere Ziele. Dazu gehört unter anderem: Das Tasten zu erlernen, mit dessen Hilfe das Schwangerschaftsalter, die Größe und das Gewicht des Kindes eingeschätzt werden können.

Doch nicht nur in der Bensberger-Hebammenschule steigt das Interesse an dem Beruf – auch in anderen Einrichtungen. Die Ausbildungszahlen sind somit steigend, doch parallel nimmt auch die Geburtenrate zu. Heißt: Trotz vieler Bewerber und neuen Hebammenschülern kann die Betreuung der (werdenden) Mütter nicht komplett gedeckt werden. Denn: Laut des Deutschen Hebammenverbandes kümmern sich die Hebammen in Deutschland um doppelt bis dreifach so viele Frauen wie in anderen europäischen Ländern. Für viele bedeutet das: Arbeiten am Limit. „Krankenhäuser schließen ihre Geburtsstationen, weil sie völlig überlastet sind. Hebammen kümmern sich um bis zu sechs Frauen gleichzeitig. Das verändert den ganzen Beruf. Ich möchte eine Familie ganzheitlich betreuen. Eine gute Betreuung am Anfang eines Lebens prägt die gesamte Familiensituation“, berichtet Hebammenschülerin Madeleine Mroch.

Ob da eine von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geforderte Akademisierung zur Aufwertung des Berufs den Hebammen-Mangel sowie die Arbeitsbedingungen in Zukunft lösen kann? Doch nicht nur die Politik, auch die Kliniken müssen handeln und attraktive Arbeitsbedingungen (für Nachwuchskräfte) schaffen. In Bensberg gibt es zum Beispiel eine Kapelle, die von Hebammen aber auch von werdenden Müttern – aus unterschiedlichsten Gründen – aufgesucht werden kann. Ein Raum, um zumindest für einen kurzen Moment innezuhalten, bevor es wieder raus in die Realität geht.

Gut für NRW: Jeder WestLotto Tipper hilft dem Gemeinwohl!

Ob LOTTO 6aus49, Eurojackpot oder Rubbellose – als Deutschlands größter Lotterieveranstalter mit staatlichem Auftrag steht WestLotto seit 1955 für ein sicheres und seriöses Spiel. Aber WestLotto macht nicht nur Tipper zu Gewinnern! Denn rund 40 Prozent der Spieleinsätze gehen an das Land Nordrhein-Westfalen, das damit Organisationen aus den Bereichen Sport, Kunst und Kultur, Heimatpflege, Natur- und Denkmalschutz und Wohlfahrt fördert – so auch die Caritas. Zusätzlich fließt ein Viertel der Umsätze der GlückSpirale ohne Umwege in Projekte, Krankenwagen oder Kindergärten der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege. Während der vergangenen Jahrzehnte sind auf diese Weise bereits mehr als 27 Milliarden Euro ins Gemeinwohl geflossen, 2017 allein rund 628 Millionen Euro. Damit wird jeder Spieler bei WestLotto zum zum Sportförderer, Naturschützer, Kunst- und Kulturförderer, Denkmalschützer oder Wohltäter.

Davon profitieren alle in NRW – auch Du!

Gesucht: Blutgruppe Duffy

11.12.2018

Die 19-jährige Ceyda Kaymakci ist pragmatisch. „Wenn ich so einfach anderen Menschen helfen kann – warum sollte ich es dann nicht tun?“ Ein kleiner Pieks und etwas Zeit: kein großer Aufwand, Plasma zu spenden. Dabei ist ihr Beitrag doppelt wichtig, denn Menschen mit Migrationshintergrund haben oft besondere Antikörper im Blut.

Die 19-jährige Ceyda Kaymakci sieht es ganz pragmatisch. „Wenn ich so einfach anderen Menschen helfen kann – warum sollte ich es dann nicht tun?“ Ein kleiner Pieks und etwas Zeit, zum Beispiel zwischen zwei Vorlesungen: für sie ist es nicht mehr Aufwand, Plasma zu spenden. Für den DRK-Blutspendedienst West sind Freiwillige wie die Studentin aus Münster gleich doppelt wertvoll: Zum einen, weil jede Spende wichtig ist und zum anderen, da bei Menschen mit Migrationshintergrund besondere Antikörper auftreten können. Deshalb will ein NRW-weites Pilotprojekt gezielt Blut- und Stammstellenspender aus dieser Zielgruppe erreichen.

Blut ist in der Tat ein besonderer Lebensstoff: Viereinhalb bis fünfeinhalb Liter fließen durch unsere Adern. Etwas mehr als die Hälfte, 55 Prozent, ist flüssiges Blutplasma, bei den restlichen 45 Prozent handelt es sich um feste Bestandteile. Dass es die Blutgruppen A, B, AB und 0 gibt, zählt noch zum Allgemeinwissen – doch damit dürften die meisten bereits am Ende ihres Lateins sein. Wer hat zum Beispiel schon einmal von der Duffy-Blutgruppe gehört? Fast alle deutschen Blutspender tragen auf ihren roten Blutkörperchen die Duffy-Blutgruppenmerkmale a oder b. Bei Menschen in Westafrika ist das ganz anders. Dort tragen über 90 Prozent diese Merkmale nicht, gleichsam als natürlicher Schutz gegen Malaria.

Menschen mit Zuwanderungsgeschichte können Blut- und Stammzelleneigenschaften besitzen, die häufig nicht mit Menschen europäischer Herkunft übereinstimmen. Entsprechend schwierig kann es sein, passende Spender für Blut- und Stammzellenübertragungen zu finden, bestätigt Privatdozent Dr. Zeiler, Ärztlicher Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes West: „Menschen mit Migrationshintergrund rund um den Globus werden zunehmend zum festen Bestandteil der hiesigen Bevölkerung. Das müssen wir im Bereich der Bluttransfusion und damit natürlich auch der Blutspende berücksichtigen“, so Dr. Zeiler.

Für Abhilfe soll das Projekt BluStar.NRW sorgen. Fünf Kooperationspartner – der DRK-Blutspendedienst West, das Universitätsklinikum Essen, die Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, die Westdeutsche Spenderzentrale (WSZE) und der Caritasverband für die Stadt Essen – bringen ihre jeweiligen Kompetenzen ein, um gezielt Flüchtlinge und Migranten in Nordrhein-Westfalen als Blut- und Stammzellenspender zu gewinnen. Auf drei Jahre ist das Pilotprojekt angelegt, nach den ersten sechs Monaten ziehen die Initiatoren bereits ein zufriedenes Fazit: „Wir haben über 5.000 neue Blutspender gewonnen und 500 potentielle Stammzellenspender identifiziert – das übertrifft unsere ursprünglichen Erwartungen deutlich“, berichtet Tanja Reimer, Projektkoordinatorin beim DRK-Blutspendedienst West.

Über Social-Media-Kanäle, mit mehrsprachigen Informationsunterlagen und viel Aufklärungsarbeit hat sich das Projekt erfreulich schnell herumgesprochen. „Gerade von Flüchtlingen hören wir häufig, dass sie auf diese Weise etwas zurückgeben und anderen Menschen helfen möchten“, sagt Tanja Reimer weiter. Im Rahmen des Projektes sollen aber nicht nur neue Spender gewonnen werden. Zusätzlich führen die Experten zahlreiche Blutgruppen-Bestimmungen durch, um Daten zur Blutgruppen- und Antigenverteilung in den Herkunftsländern zu gewinnen. Und Wissenschaftler der Universität Düsseldorf arbeiten an einer Methode, um in Zukunft die seltenen Blutgruppenkonstellationen noch schneller analysieren zu können. Entsprechend groß ist bereits das Interesse der bundesweiten Fachwelt an dem NRW-Projekt.

Zurück in Münster. Nach einer guten Dreiviertelstunde hat Ceyda Kaymakci ihre Plasmaspende hinter sich. Jetzt ruht sie sich noch etwas aus und stärkt sich mit einem Imbiss, bevor sie zurück zur Uni radelt. „Meine Mutter spendet bereits seit vielen Jahren. Daher war es für mich einfach selbstverständlich, das auch zu tun“, berichtet die in Deutschland geborene Studentin, deren Vater aus der Türkei stammt. Nach gut einem Dutzend Terminen ist sie bereits ein erfahrener „Stammgast“: Plasma könne man deutlich häufiger spenden als Vollblut, weiß sie – in ein paar Wochen will sie daher bereits wiederkommen.

Die Initiatoren sind guter Dinge, dass das Thema Blutspende bei Migranten zum selbstverständlichen Teil des Alltags wird. „Das ist gleichzeitig ein wichtiger Baustein für die gelebte Integration aller Bevölkerungsgruppen“, bringt es Tanja Reimer auf den Punkt.

Gut für NRW: Jeder WestLotto Tipper hilft dem Gemeinwohl!

Ob LOTTO 6aus49, Eurojackpot oder Rubbellose – als Deutschlands größter Lotterieveranstalter mit staatlichem Auftrag steht WestLotto seit 1955 für ein sicheres und seriöses Spiel. Aber WestLotto macht nicht nur Tipper zu Gewinnern! Denn rund 40 Prozent der Spieleinsätze gehen an das Land Nordrhein-Westfalen, das damit Organisationen aus den Bereichen Naturschutz, Sport, Denkmalschutz, Kunst, Kultur und Wohlfahrt fördert – wie zum Beispiel auch das Deutsche Rote Kreuz. Während der vergangenen Jahrzehnte sind auf diese Weise bereits mehr als 27 Milliarden Euro ins Gemeinwohl geflossen, 2017 allein rund 628 Millionen Euro. Damit wird jeder Spieler bei WestLotto zum Sportförderer, Naturschützer, Kunst- und Kulturförderer, Denkmalschützer oder Wohltäter.

Davon profitieren alle in NRW – auch Du!

Neue Chance in der Pflege

26.10.2018

Heute hat Frau Müller frei und liegt in der Ecke. Keine Sorge, sie ist nur ein Pflege-Dummy. Eine Puppe, mit der Auszubildende auf ihren späteren Beruf als Pflegerin vorbereitet werden. Wie zum Beispiel die 32-jährige Enkeleta aus dem Kosovo. Der Geflüchteten wird dabei sehr geholfen – aber auch sie leistet als dringend gebrauchte Fachkraft große Hilfe...

Heute hat Frau Müller frei und liegt unbeachtet in der Ecke. Das ist kein Problem für sie. Denn Frau Müller ist ein Pflege-Dummy. Eine Kunststoffpuppe, die sich sogar mittels Perücken und speziellen, geschlechtsspezifischen Applikationen in Herrn oder Frau Müller verwandeln lässt - je nach Unterrichtsthema. Ob Mann oder Frau, die Müllers sind geduldige Patienten, die jeden Fehler der angehenden Pflegefachkräfte klaglos hinnehmen.

Die jungen Frauen und Männer, die im Unterrichtsraum 1 des Bonner Vereins für Pflege- und Gesundheitsberufe lernen, sind fortgeschritten und üben am lebenden Objekt. Auf der Behandlungsliege lässt sich eine Mitschülerin verarzten. Es geht um die Versorgung einer Verletzung am Oberarm. Ist die Kompresse richtig angelegt? Schnürt der Verband die Durchblutung ab? Wird die Pergamenthaut der Patientin womöglich verletzt? Selbst bei scheinbar einfachen Handgriffen ist Fachwissen gefragt und viel Übung vonnöten. Über beides verfügt Enkeleta. Die 32-Jährige ist 2015 zusammen mit Mann und Tochter aus Albanien nach Deutschland gekommen. „Für uns gab es keinen anderen Weg. In Albanien konnten wir nicht länger bleiben“, sagt sie. Und so flüchtete die junge Familie über Pristina, Hauptstadt des Kosovo, nach Düsseldorf, Dortmund und schließlich nach Bonn.

Dort erfuhr sie vom MüMi-Angebot des Bonner Vereins für Pflege- und Gesundheitsberufe. MüMi steht für das Projekt „Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“. Seit 2015 eröffnet es Frauen mit Migrationshintergrund, darunter auch Flüchtlinge, neue berufliche Perspektiven. „Unabhängig von bestehenden Qualifikationen haben sie die Chance auf eine praxisnahe Ausbildung und danach einen sicheren Arbeitsplatz mit attraktiven Aufstiegsmöglichkeiten.

Enkeleta, die in ihrem gelernten Beruf als Lehrerin für Albanisch und Geschichte in Deutschland keine Job-Chance gehabt hätte, musste nicht lange überlegen. „Mir liegt der Umgang mit Menschen am Herzen. Der Beruf als Pflegefachkraft eröffnet neue Möglichkeiten und sichert mir und meiner Familie eine bessere Zukunft“, bringt sie ihre Perspektive auf den Punkt.

Das Besondere an MüMi ist die Betreuung der Pflegeschülerinnen durch einen festen Ansprechpartner des Bonner Vereins. Vom ersten Kontakt bis hin zum Job. Doch nicht nur die Schüler selbst, auch ihre Ausbildungseinrichtungen erhalten Unterstützung bei der Aufgabe, Flüchtlinge zu integrieren, zu qualifizieren und gleichzeitig den Personalmangel in der Pflege zu verringern. „Einrichtungen wie der Bonner Verein haben viele Fragen und brauchen sowohl praktische als auch politische Unterstützung“, erklärt Oliver Baiocco vom Landesverband des Paritätischen in Nordrhein-Westfalen. Er leitet das Projekt „welcome@healthcare“, was übersetzt so viel bedeutet wie „Willkommen in der Gesundheitspflege“. Es dient, wie er erklärt, als „Koordinierungsstelle für Geflüchtete in Pflege- und Gesundheitsfachberufen“.

Dürfen wir Flüchtlinge einstellen? Wie lange werden sie bleiben dürfen? Werden sie traumatische Ereignisse erlebt haben? Wie können wir uns als Team und Arbeitgeber auf eine neue Interkulturalität einstellen? Wie integrieren wir eine berufsbezogene Sprachförderung? Um solche oder ähnliche Fragen zu beantworten, sorgt das Team für Vernetzung, stellt Informationsmaterial zusammen, organisiert Tagungen, Fortbildungen, recherchiert erfolgreiche Modelle und Träger, die über ihre Erfahrungen berichten können.

Deutschland hat ein erhebliches Pflegeproblem und gut qualifizierte Leute werden händeringend gesucht. Und so muss sich Enkeleta auch keine Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen. Denn viele Pflegeeinrichtungen in der Region stehen mit dem im Jahre 2000 gegründeten Bonner Verein in Kontakt und engagieren die erfolgreichen Absolventen quasi von der Schulbank. Auch mit dem zu erwartenden Gehalt kann Enkeleta leben. Zwar gibt es keine einheitlichen tariflichen Regelungen, doch im öffentlichen Dienst werden während der Ausbildung zwischen 1040 und 1200 Euro bezahlt, als Berufseinsteiger erhält man nach Angaben des Deutschen Caritasverbandes im ersten Jahr ein Brutto-Monatsgehalt von 2.721 Euro einschließlich Pflege- und Schichtzulage.

Enkeleta erhielt für ihre Ausbildung zur Altenpflegerin eine sogenannte Ausbildungsduldung. Ihr Mann, der in Albanien bei der Feuerwehr gearbeitet hatte, konnte eine Ausbildung zum Maler absolvieren. Und wenn alles gut läuft, wird Enkeleta ab 2020 zwei Jahre lang als ausgebildete Pflegefachkraft arbeiten dürfen. Bleibt sie danach im Pflegefachbereich beschäftigt, könnte sie möglicherweise eine Aufenthaltserlaubnis für weitere drei Jahre erhalten. Das sind Perspektiven, aber keine endgültige Sicherheit. Es sei denn, die Politik kann sich auf ein Einwanderungsgesetz einigen, das nicht nur begabten jungen Menschen mit Migrationshintergrund neue Perspektiven aufzeigt, sondern auch die Situation für Patienten in Altenheimen und Krankenhäusern erheblich verbessern würde.

Bei ihren verschiedenen Praktika in einem Seniorenzentrum in Bornheim bei Bonn hat Enkeleta nicht nur praktische Erfahrungen gesammelt, sondern auch erlebt, wie wichtig ihre Arbeit ist. „Alle mögen mich und das ist doch wunderschön. Die alten Menschen haben mich voll und ganz akzeptiert. Vorurteile gibt es nicht.“ Und das ist nicht nur gut so, sondern hat in Deutschland eine gewisse Tradition. „Die Pflege war schon immer bunt. Man denke nur an die philippinischen Krankenschwestern, die in den 70er Jahren kamen“, sagt Birgit Schierbaum, beim Bonner Verein zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit.

„Der Weggang aus der Heimat ist uns nicht leicht gefallen“, sagt Enkeleta. Doch ein bisschen Albanien konnte sich die Familie erhalten. An Pita, Bifteka und Byrek beispielsweise führt beim gemeinsamen Abendessen kein Weg vorbei. Schade nur, dass Frau Müller der deftigen Balkanküche so gar nichts abgewinnen kann …

Weitere Informationen unter www.healthcare-nrw.de.

Gut für NRW: Jeder WestLotto Tipper hilft dem Gemeinwohl!

Ob LOTTO 6aus49, Eurojackpot oder Rubbellose – als Deutschlands größter Lotterieveranstalter mit staatlichem Auftrag steht WestLotto seit 1955 für ein sicheres und seriöses Spiel. Aber WestLotto macht nicht nur Tipper zu Gewinnern! Denn rund 40 Prozent der Spieleinsätze gehen an das Land Nordrhein-Westfalen, das damit Organisationen aus den Bereichen Sport, Natur- und Denkmalschutz, Kunst, Kultur und Wohlfahrt fördert. Dazu gehört auch der Landesverband des Paritätischen in NRW und damit das Projekt „welcome@healthcare“. Während der vergangenen Jahrzehnte sind auf diese Weise bereits mehr als 27 Milliarden Euro ins Gemeinwohl geflossen, 2017 allein rund 628 Millionen Euro. Damit wird jeder Spieler bei WestLotto zum Naturschützer, Sportförderer oder Wohltäter.

Davon profitieren alle in NRW – auch Du!

Ausflüge in die Vergangenheit

11.09.2018

Zündung ein, anschieben, Gas geben – die rote Derny springt an. Der Fahrer schwingt sich in den Sattel, beschleunigt das Motorrad und nimmt die erste Steilwandkurve der alten Rennbahn. Die an Alzheimer erkrankten Senioren staunen. Ziel dieses Projektes ist es, Erinnerungen bei Demenzkranken zu wecken – mit Ausflügen zu geschichtsträchtigen Orten...

Fotograf: © Bernd Hegert

Zündung ein, anschieben, Gas geben und schon springt die feuerrote Derny an. Christian Dippel schwingt sich in den Sattel, beschleunigt das Motorrad und taucht ein in die erste Steilwandkurve der Radrennbahn Bielefeld. Begleitet vom kernigen Sound des Zweitaktmotors saust er durch das geschichtsträchtige Oval. Die Gruppe der an Alzheimer - oder einer anderen Form der Demenz - erkrankten Senioren kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Drei oder vier Runden absolviert Dippel. Die Bielefelder Bahnradsport-Legende wurde als Schrittmacher bei Steherrennen 1984 in Barcelona Weltmeister. Unter Applaus lässt er sein Spezialmotorrad ausrollen. „Das kenne ich noch von früher“, sagt eine Bielefelderin im Rollstuhl, die in jungen Jahren die spektakulären Rennen erlebt hat. Motorrad- und Radrennfahrer kämpfen als Team, das bleibt im Gedächtnis. Ein Herr erinnert sich, zusammen mit seiner Frau einst im Goggomobil über das heute denkmalgeschützte Rund gefahren zu sein.

„Denkmal – erzähl mal!“, heißt ein Projekt, das vom Demenz-Servicezentrum Region Ostwestfalen-Lippe ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, Menschen, die an der Vergessenskrankheit leiden, mit historischen Orten zu konfrontieren. Dadurch werden Erinnerungen geweckt, die den Betroffenen ein Stück Orientierung in ihr Leben bringen sollen, das sonst droht, in totaler Vergessenheit zu versinken. Mit fatalen Auswirkungen für die Kranken, die Angehörigen und letztendlich die ganze Gesellschaft.

Beim Erinnern vor Ort hilft Andreas Kuhlmann, Gedächtnistrainer und Kenner der Bielefelder Geschichte. Während des Rundgangs durch die 1954 eröffnete Radrennbahn animiert er die alten Menschen behutsam, beispielsweise Namen von Personen, die mit der Bahn in Verbindung standen, zu nennen. „Wer kennt denn noch den berühmten Mann mit Vornamen Otto, der hier die Fußballspieler der Arminia Ende der 70er-Jahre trainierte?“ „Rehhagel“, antworten spontan die an Demenz Erkrankten, die aus verschiedenen Pflegeeinrichtungen gekommen sind. Auch die legendären Basketballspiele der Harlem Globetrotters und die Dudelsack-Konzerte der britischen Rheinarmee sind fast allen Teilnehmern in Erinnerung geblieben. Nur an Friedrich Nowottny, dem späteren WDR-Intendanten, der als Stadionsprecher auf der Rennbahn fungierte, kann sich keiner der über 80-Jährigen so richtig erinnern.

„Erinnerung schafft Identität und Orientierung“, bringt Dirk Eickmeyer vom Demenz-Servicezentrum in Bielefeld das Konzept auf den Punkt. Und weiter erklärt der Diplompflegewirt: „Nur wenn der Betroffene weiß, wer er war, weiß er auch, wer er ist.“ Die Erinnerung ist wie ein Anker im Leben. Und der kann Ängsten, Verzweiflung und Depressionen entgegenwirken. Ja, das Fortschreiten der Erkrankung in einzelnen Fällen sogar verzögern. Erinnerung reaktiviert vertraute Handlungen wie beispielsweise Musizieren oder Backen. Erinnerung strukturiert den Alltag, sorgt für gute Laune und Lebensfreude und stärkt das Selbstvertrauen. Der Betroffene hat so das Gefühl, noch etwas zu können und darum etwas wert zu sein. Biografie-Arbeit nennt der Fachmann das Bemühen, bei an Demenz erkrankten Menschen Kindheitserinnerungen wachzurufen.

Vor kaum einem Schicksalsschlag fürchten sich die Deutschen mehr, als an einer Demenz zu erkranken. 1,6 Millionen Menschen sind betroffen – Tendenz steigend. Durch die sich verändernde Gesellschaft, vor allem was das Zusammenleben der Familien angeht, ist die Demenz zu einer Herausforderung für die Gemeinschaft geworden. Auch aus diesem Grund hat sich 2004 die Landesinitiative Demenz-Service Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 13 Demenz-Servicezentren gegründet. Eines davon in Bielefeld in der Trägerschaft der AWO Ostwestfalen-Lippe.

Experten wie Eickmeyer beraten Pflegeeinrichtungen, Museen, den ÖPNV, die Polizei, aber auch Justizvollzugsanstalten im Umgang mit Demenzkranken. Sie machen auf die besonderen Probleme Erkrankter im ländlichen Raum aufmerksam und bieten Lösungsvorschläge an. Übrigens auch für Menschen mit Migrationshintergrund. Und neuerdings gibt es eine App für Betreuungsassistenten, die in Bielefeld in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Medien der Hochschule Düsseldorf entwickelt wurde.

„Unser Ziel ist es, dass die Gesellschaft sensibilisiert wird für die Probleme der Demenzkranken. Spätestens wenn der alte Herr im Bus an der Endstation nicht aussteigt, sollte dem Fahrer klarwerden: hier ist meine persönliche Hilfe notwendig, denn vielleicht leidet der Mann an Alzheimer“, so Eickmeyer.

Eigentlich sollte das selbstverständlich sein. Ist es aber nicht. In einer Zeit, in der sich jeder der Nächste ist, bleiben die nicht mehr Leistungsfähigen oft auf der Strecke. Dabei kann es jeden treffen. Auch darum ist die Arbeit der Service-Zentren so wichtig. Wie auch der Tipp von Dirk Eickmeyer: „Legen Sie sich frühzeitig eine Liste mit ganz persönlichen Erinnerungsmomenten an. Die erste Freundin, der Song, zu dem am Samstag in der Disco geschwoft wurde, die Namen der Jugendfreunde oder die Farbe des ersten Autos. Solche Infos können Betreuern irgendwann einmal helfen das Leid der Vergessenskrankheit zu lindern.“

Gut für NRW: Jeder WestLotto Tipper hilft dem Gemeinwohl!

Ob LOTTO 6aus49, Eurojackpot oder Rubbellose – als Deutschlands größter Lotterieveranstalter mit staatlichem Auftrag steht WestLotto seit 1955 für ein sicheres und seriöses Spiel. Aber WestLotto macht nicht nur Tipper zu Gewinnern! Denn rund 40 Prozent der Spieleinsätze gehen an das Land Nordrhein-Westfalen, das damit Organisationen aus den Bereichen Denkmalschutz, Kunst, Kultur, Naturschutz, Sport und Wohlfahrt fördert – zum Beispiel die Landesarbeitsgemeinschaft der Arbeiterwohlfahrt NRW und ihre Bezirksverbände.

Während der vergangenen Jahrzehnte sind auf diese Weise bereits mehr als 27 Milliarden Euro ins Gemeinwohl geflossen, 2017 allein rund 628 Millionen Euro. Damit wird jeder Spieler bei WestLotto zum Wohltäter, Sportförderer oder Naturschützer.

Davon profitieren alle in NRW – auch Du!

Neuer Kollege im Altenheim

31.08.2018

Er kann Pantomime spielen, High Five geben, tanzen und Witze reißen. Dabei ist Pepper ein Roboter. 1,20 Meter ist er groß und bewegt sich auf Rollen. Seine großen Augen sehen freundlich aus und leuchten in verschiedenen Farben. Er ist extra kindlich konstruiert, damit Menschen keine Angst vor ihm haben. Pepper ist seit gut sechs Monaten immer wieder im Marienheim Siegen-Weidenau, eine Tochtereinrichtung des St. Marien-Krankenhauses Siegen, unterwegs...

Foto: © Christian Stoffers

Er kann Pantomime spielen, High Five geben, tanzen und Witze reißen. Dabei ist Pepper ein Roboter. 1,20 Meter ist er groß und bewegt sich auf Rollen. Seine großen Augen sehen freundlich aus und leuchten in verschiedenen Farben. Er ist extra kindlich konstruiert, damit Menschen keine Angst vor ihm haben. Wenn man ihm über den Kopf streichelt, fängt er an zu kichern und spricht: „Ich bin heute so kitzelig.“ Pepper ist seit gut sechs Monaten immer wieder im Marienheim Siegen-Weidenau, eine Tochtereinrichtung des St. Marien-Krankenhauses Siegen, unterwegs. Dort unterhält er ältere Menschen, übt mit ihnen Rätsel raten, spielt Musik und vertreibt mit ihnen die Zeit, wenn die Pfleger mit anderen Aufgaben beschäftigt sind.

Pepper hat Sensoren am Kopf und an den Fingern, kann hören, sehen, sprechen und sogar Stimmlagen und Emotionen erkennen. Entwickelt wurde der Roboter in Frankreich, dann nach Japan verkauft und auf den Massenmarkt gebracht. An der Universität Siegen lernt Pepper, wie er im deutschen Pflegealltag eingesetzt werden kann.

Die Heimleitung und das Pflegepersonal waren sofort begeistert, die Bewohner am Anfang eher skeptisch. Spätestens nachdem Pepper das Alter der Senioren erraten sollte und manchmal um ein paar Jahrzehnte daneben lag, war das Eis gebrochen. „Die Erfahrung zeigt, dass die Senioren sehr schnell neugierig werden und merken, dass sie Spaß mit Pepper haben können und dadurch steigt sofort die Akzeptanz“, erzählt Projektleiter Dr. Rainer Wieching. Wenn Pepper zum Beispiel anfängt zu tanzen, schauen sich die Senioren die Bewegungen ab und machen dann lachend die Armbewegungen oder Tai-Chi Übungen nach.

Die Muttergesellschaft des Marienheims, das St. Marien-Krankenhaus Siegen, gehört im Bereich der Robotic zu den Pionieren in Deutschland. „Deswegen war die Teilnahme an diesem innovativen Projekt für eine Einrichtung aus unserer Sparte Altenhilfe ein folgerichtiger Schritt“, so Diana Ruhmöller, Leiterin der Altenhilfe des Siegener Gesundheitsunternehmens.

Pantomime kann Pepper schon jetzt spielen. Die Senioren können raten und ihre Antwort auf Peppers Tablet eintippen, das am Bauch befestigt ist. In Anlehnung an das Galgenmännchen-Spiel können sie es so lange versuchen, bis das Galgenmännchen komplett ist. „In Gesprächen mit den Senioren und den Pflegekräften haben wir erfahren, dass die älteren Menschen vor allem Gedächtnis-Spiele ausprobieren möchten, um sich die Zeit zu vertreiben. Also haben wir extra für diese Bedürfnisse etwas programmiert“, erklärt Dr. Wieching. Eine studentische Gruppe aus dem HCI-Masterstudiengang hat in seinem Seminar die Funktionen dafür entwickelt. „Uns ist besonders wichtig, dass wir immer vorab mit den Nutzern sprechen, um deren Bedürfnisse und Alltagspraktiken zu erfahren. Wir können uns nur bedingt in ihre Welt hineinversetzen, also sagen die Senioren und Pflegekräfte uns, was sie sich wünschen und was ihr Leben einfacher machen kann.“

Pepper soll nicht nur gute Laune verbreiten. Er soll den Senioren in Zukunft auch dabei helfen, körperliche Übungen zur Prävention von Stürzen durchzuführen. Der Roboter soll die Senioren aktiv ansprechen und zum Mitmachen motivieren, die Übungen erklären und mit positiven Kommentaren oder Tipps helfen.

Roboter sollen Pflegekräfte niemals ersetzen
In Japan ist der demographische Wandel bereits deutlich weiter fortgeschritten als im Rest der Welt. Dort arbeitet Pepper auch schon in Shops und Supermärkten, zeigt den Kunden den Weg zum Produkt oder informiert über Preise und Inhaltsstoffe. Manche Familien haben ihn sogar schon privat gekauft und leben mit ihm zu Hause. Generell seien Japaner Robotern gegenüber anders eingestellt als Deutsche, sagt Dr. Wieching und erklärt die kulturellen Unterschiede: „Viele Japaner glauben, dass auch Dinge eine Seele haben können, Roboter also auch. Deutsche fühlen sich eher durch die Technik bedroht und haben Angst, dass der Roboter wie im Science-Fiction Film dem Menschen gefährlich werden kann.“ Viele Pflegekräfte hätten auch Bedenken, dass die Roboter ihnen Arbeitsplätze wegnehmen würden. „Wir wollen Pflegekräfte niemals ersetzen“, sagt Wieching. Roboter und Menschen sollten vielmehr hybride Teams bilden und sich gegenseitig ergänzen.

Damit das klappt, müssten die Pflegekräfte den Roboter einfach und schnell über eine App auf die Bedürfnisse der Patienten einstellen können. Der Roboter muss sich gegenüber einer dementen Person zum Beispiel anders verhalten als bei jemanden, der nicht mehr gut gehen kann. „Das Ziel muss sein, dass Laien ohne Programmier- oder IT-Kenntnisse Pepper bedienen und konfigurieren können“, meint der Projektleiter. Daran arbeiten er und sein Team.

Was passiert, wenn Roboter immer stärker in unser Privatleben eintreten?
Das Rad neu erfinden, wollen sie bei alldem nicht. Die Siegener setzen vor allem auf Kooperationen mit der Fachhochschule Kiel und der Waseda Universität in Tokio, Japan. Die japanischen Partner forschen gerade daran, wie die Akzeptanz der Menschen gegenüber Robotern im Alltagsleben noch erhöht werden kann, wenn diese zum Beispiel spirituelle Musik oder religiöse Symbole aus dem japanischen Kulturkreis benutzen, um die Menschen besser zu erreichen. „Wir müssen noch viel gemeinsam forschen, bis die Roboter uns semi-autonom oder sogar in Teilbereichen voll-autonom in der Pflege unterstützen können“, sagt Dr. Wieching. Es gehe in der Zukunft dann viel mehr auch um ethische, rechtliche und soziale Fragestellungen, nicht nur um Robotik-Programmierung.

Glücksmomente in Karlchens Backstube

07.08.2018

„Wir backen Glücksmomente.“ Der Slogan von „Karlchens Backstube“ könnte an diesem Nachmittag passender nicht sein. Zu Filterkaffee und Kirsch-Joghurt-Schnitten wird hier viel gelacht. Die 66-jährige Annegret will heute für sich und ihren Hans endlich einen Freundschaftsring kaufen, quasi als Überraschung…

Foto: Caritas für das Erzbistum Paderborn

„Wir backen Glücksmomente.“ Der Slogan von „Karlchens Backstube“ könnte an diesem Nachmittag passender nicht sein. Die Gruppe, die gerade an dem Tisch des Bäckerei-Cafés in einem Einkaufszentrum in Bad Oeynhausen Platz genommen hat, ist gut drauf. Zu Filterkaffee und Kirsch-Joghurt-Schnitten wird viel gelacht. Die 66-jährige Annegret will heute für sich und ihren Hans endlich einen Freundschaftsring kaufen, quasi als Überraschung, was der 77-Jährige eher gleichmütig zur Kenntnis nimmt. „Diese jungen Leute“, kommentiert der 58-jährige Wladimir trocken. Danach zieht er erst einmal los, um sich Zigarettenhülsen zu besorgen.

Annegret, Hans und Wladimir kennen sich schon seit vielen Jahren. Zusammen mit einigen Anderen sind sie Teil des Projektes „Gemeinsamkeit“, das der Betreuungsverein im Sozialdienst katholischer Frauen Herford vor zehn Jahren ins Leben gerufen hat. Ziel ist es, alleinstehenden Personen, für die eine rechtliche Betreuung besteht, regelmäßige Kontaktmöglichkeiten zu bieten. Ursula Krone und Agnita Burdich organisieren diese Treffen ehrenamtlich alle zwei Wochen: Das Programm reicht von Besuchen im Café, Freilichtmuseum oder Tierpark über Shopping bis hin zur Teilnahme an Karnevals-Veranstaltungen. Alle zwei Jahre gibt es sogar eine gemeinsame Ferienfreizeit an der Nordsee.

Rechtliche Betreuung erfolgt immer dann, wenn Erwachsene nicht in der Lage sind, für sich selbst zu entscheiden. Die 77-jährige Ursula Krone berichtet, dass die meisten Teilnehmer dieses Angebotes an einer psychischen Erkrankung leiden und kaum soziale Kontakte haben. Früher war sie selbst als rechtliche Betreuerin ehrenamtlich tätig, kann aber den hohen bürokratischen Aufwand, der damit verbunden ist, heute nicht mehr leisten. Von Behördengängen bis hin zu Gesprächen mit Ärzten ist das Aufgabenfeld der rechtlichen Betreuung riesig.

Zeit für eine Betreuung, die auf die menschlichen und sozialen Bedürfnisse der Betroffenen zielt, bleibt für die haupt- und ehrenamtlichen BtG-Betreuer nicht. Und dies hat nichts mit böser Absicht zu tun. Das von der Justiz bewilligte und finanzierte Zeitbudget ist einfach zu eng bemessen. Menschliche Zuwendung wird so zu einem „Luxusgut“. Schwer zu ertragen für einen Betreuungsverein wie den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Herford.

Das Herforder Projekt ist Teil der Aktion „7 gegen Einsamkeit“. Sieben Fachverbände der Caritas im Erzbistum Paderborn wollen für das Thema sensibilisieren und ehrenamtliches Engagement zum Abbau von Isolierung und zur Eindämmung von Einsamkeit fördern. Einsamkeit kann zu gravierenden gesundheitlichen Problemen führen, sowohl in körperlicher als auch psychischer Hinsicht. Zu den sieben Verbänden gehören die Caritas-Konferenzen (CKD), IN VIA, Kreuzbund, Malteser, Sozialdienst katholischer Frauen, Sozialdienst Katholischer Männer und Vinzenz-Konferenzen.

Die 14-tägigen Treffen sind für die meisten Teilnehmer des Projekts der einzige Sozialkontakt. Wie bei Wladimir, der 1995 als russischstämmiger Ehemann einer Russlanddeutschen aus Kirgistan nach Herford kam. Die Ehe des gelernten Bauingenieurs zerbrach, ein schwerer Autounfall warf ihn endgültig aus der Bahn. Seitdem lebt er allein mit seiner Katze in seiner eigenen Welt, hält sich mit Kraftsport fit und schaut russisches Fernsehen. Ursula Krone weiß, dass sich viele mit ihrer Einsamkeit eingerichtet haben. Es braucht viel Fingerspitzengefühl von Seiten der rechtlichen Betreuer, die Betroffenen zu sozialen Kontakten, wie dem Projekt Gemeinsamkeit zu motivieren. „Lieber das gewohnte Unglück, als das ungewohnte Glück.“

Ihr Glück gefunden haben Annegret und Hans, die sich in der Gruppe kennengelernt haben. Hans musste nach dem Krieg mit seiner Mutter aus Ostpreußen fliehen und wuchs in Hagen auf, bis sich seine Mutter nicht mehr um ihn kümmern konnte. Der Vater ist in Stalingrad gefallen. Der freundliche ältere Herr lebt heute in einer Einrichtung des betreuten Wohnens in Löhne. Seine Freundin Annegret lebt in Herford. Stolz erzählen sie, wie sie Beide Weihnachten und Neujahr gemeinsam verbracht haben. Die lebhafte Annegret ist das Gegenteil zum bedächtigen Hans. Mit wachen Augen erlebt sie ihre Heimatstadt.

Dass mit 66 Jahren das Leben bekanntlich erst anfängt, wie Udo Jürgens sang, dafür ist Annegret das beste Beispiel. Bald beginnt für sie wieder die Volkshochschule, wo sie Lesen und Schreiben lernt. Den Freundschaftsring für ihren Hans aus einer Modeschmuck-Filiale im Einkaufszentrum gibt es an diesem Tag dann wirklich. Auch wenn ihr Liebster erst einmal von den anderen Teilnehmern des Kaffeeplausches aufgefordert werden muss, diesen Ring aus der Papiertüte zu holen und anzustecken.

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Davon profitieren alle in NRW – auch Du!

Nachbarschaftshilfe in Pantoffelnähe

07.08.2018

Früher war es eine Bäckerei, dann ein Friseursalon, jetzt wird das eher unscheinbare ehemalige Ladenlokal zum neuen Zentrum im Moerser Stadtteil Eick-Ost. Was an familiären Strukturen und früher selbstverständlicher Nachbarschaftshilfe verloren gegangen ist, will der Caritasverband hier mit „Quartiersentwicklung“ wieder zusammenknüpfen...

Foto: WestLotto, Martin Gruse

Früher war es eine Bäckerei, dann ein Friseursalon, jetzt wird das eher unscheinbare ehemalige Ladenlokal zum neuen Zentrum im Moerser Stadtteil Eick-Ost. Was an familiären Strukturen und früher selbstverständlicher Nachbarschaftshilfe verloren gegangen ist, will Ricarda Ophoven für den Caritasverband Moers-Xanten hier mit „Quartiersentwicklung“ wieder zusammenknüpfen.

Ihre Kollegin Tanja Reckers arbeitet jenseits von Bahnlinie und Bundesstraße in Rheinkamp daran. Drei Jahre haben sie Zeit, dann sollen stabile ehrenamtliche Strukturen entstanden sein, die das Projekt weitertragen. Dass sich da viel Engagement entwickeln wird, zeigt sich schon. Aber ganz ohne Begleitung wird es auf Dauer nicht gehen: „Die Erfahrung zeigt, dass es noch jemanden braucht, der den Hut aufhat“, sagt Tanja Reckers.

Nicht jemanden, der bestimmt, aber der den Überblick behält und organisatorische Unterstützung gibt. Die Quartiersentwicklung soll Strukturen schaffen, damit ein möglichst langes selbständiges Leben in der eigenen Wohnung möglich bleibt. „Pantoffelnähe“, nennt Ricarda Ophoven das, Hilfe und Unterstützung direkt um die Ecke. Und nicht nur das. Es geht auch um Kontakt, um Geselligkeit. „In unserem Ortsteil ist sonst doch nichts los. Aber hier haben wir eine tolle Gemeinschaft“, sagt Horst Matthee, der mit seiner Frau Christel regelmäßig Veranstaltungen das Quartier-Büro besucht.

Es sind die vielen kleinen Dinge, die im Alltag helfen, stellen die Caritas-Mitarbeiterinnen fest. Es fängt damit an, dass sie die Leute in ihrem Quartier kennen. Das beschränkt sich nicht nur auf die Namen. Diese Nähe hilft, Lösungen für fast alle Anliegen zu finden, mit denen die Bewohner zunehmend in die Quartierbüros kommen. Hilfreich sind zudem Initiativen, die sich, einmal angestoßen, zunehmend entwickeln. Beispielsweise bieten Wolfgang Körner und Erich Kallmann als ehrenamtliche Versichertenälteste regelmäßige Sprechstunden zu Rententhemen an. „Wir helfen bei der Antragstellung und unterstützen bei allen Fragen, die sich um die Rente drehen“, so Körner. Nicht nur ältere, auch jüngere Menschen. „Die Renteninfos, die regelmäßig verschickt werden, versteht doch kein Mensch“, ergänzt Kallmann.

Er hat mit den beiden Quartiersmanagerinnen auch ein weiteres Projekt angestoßen: „Gut sichtbar mit Rollatoren, Kinderwagen und Co“. Der Rentner checkt Rollatoren und Kinderwagen und nimmt bei Bedarf kleinere Reparaturen vor, bringt Reflektoren und Lampen an. Heike Feß, eine weitere regelmäßige Besucherin, hatte vor einiger Zeit ein Frühstück organisiert, aus dem inzwischen ebenfalls eine Regelmäßigkeit geworden ist. „Aus kleinen Anstößen kann viel werden, wenn es geeignete Räumlichkeiten gibt“, sagt Ricarda Ophoven.

Die beiden Quartiersentwicklerinnen haben nicht nur die älteren Menschen im Blick, sondern alle Altersklassen. Gerade die 30- bis 50-Jährigen seien eine wichtige Zielgruppe, sagt Tanja Reckers. Aber dieses Alter fehlt schon den Vereinen zunehmend als Nachwuchs. „Wobei es hier noch eine sehr gute Vereinslandschaft gibt“, sagt Ricarda Ophoven. Einige Vertreter entlasten die Caritas-Mitarbeiterinnen zum Beispiel durch Mithilfe bei der Organisation von Veranstaltungen. Zum Beispiel Susanne Ruiz-Moreno vom TV Utfort-Eick und Michael van Dyck, der ebenfalls beim TV aktiv ist, sowie im Förderverein der Grundschule. „Mit meiner Familie fühle ich mich hier sehr wohl. Ich möchte, dass das so bleibt, auch wenn ich selbst einmal zu den Älteren zähle“, begründet er sein Engagement für das Quartiersmanagement. Die Vereine sind Ricarda Ophoven sehr wichtig, denn ansonsten gibt es in diesem Stadtteil mit einem hohen Anteil älterer Menschen wenig Struktur. Es sei ein schönes Wohngebiet am Rande der Stadt, aber für die Versorgung gebe es nur einen Kramladen, einen Imbiss, ein Dentallabor und einen Friseur. Umso wichtiger sei eine intakte Nachbarschaft.

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Gute Übung für gutes Recht

07.08.2018

Die 20-jährige Schülerin Friederike S. hatte ihren teuren Mobilfunkvertrag zwar fristgerecht gekündigt, der Anbieter bestritt aber, eine Kündigung erhalten zu haben. Infolgedessen wandte sie sich Hilfe suchend an „CariLaw“, ein Pilotprojekt des Diözesan-Caritasverbandes Paderborn, wo Jurastudierende ehrenamtlich ihre Hilfe anbieten...

Foto: Caritas für das Erzbistum Paderborn

Ein teurer Mobilfunkvertrag war es, der Friederike S. in Bedrängnis brachte. Die 20-jährige Schülerin, die von Hartz IV lebt, hatte den Vertrag zwar fristgerecht gekündigt, der Anbieter bestritt aber, eine Kündigung erhalten zu haben. Weil sie sich keinen Rechtsanwalt leisten konnte, wandte sie sich Hilfe suchend an „CariLaw“, ein Pilotprojekt des Diözesan-Caritasverbandes Paderborn. In Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Bielefeld und der studentischen Rechtsberatung der Universität Bielefeld bieten dabei Jurastudierende ehrenamtlich ihre Hilfe an.

Die ehrenamtlichen Helfer bieten Ratsuchenden eine kostenlose, unbürokratische und niedrigschwellige Unterstützung. Eine Vertretung vor Gericht erfolgt in diesem Rahmen nicht. Anwaltliche Beratungsangebote und staatliche Hilfen sollen nicht ersetzt, sondern sinnvoll ergänzt werden. Dabei werden die Studierenden, die immer in Zweierteams beraten, bei den Terminen jeweils von einem Rechtsanwalt und einem Sozialarbeiter begleitet.

Um sich auf die praktische Beratungstätigkeit einstellen zu können, lernen die Jurastudierenden in einer Einführungsveranstaltung jeweils zu Beginn des Semesters anhand von Fällen, wie die Mitarbeit bei CariLaw funktioniert. Neben Fragen rund um das Sozial- und Existenzsicherungsrecht werden auch Grundlagen der Kommunikation und der Gesprächsführung trainiert sowie Kenntnisse im anwaltlichen Berufsrecht vermittelt.

CariLaw soll aber nicht nur eine kostenlose Rechtsberatung sein, sondern auch eine Möglichkeit für die Studierenden, erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Sowohl die Professoren als auch die Studierenden sind angetan von dem Projekt. Das Studium werde lebendiger und es werden Teamfähigkeit, Sozialkompetenz sowie das Einfühlungsvermögen geschult. Zudem bekomme man einen super Einblick in den Berufsalltag an der Schnittstelle zwischen Sozialarbeit und Rechtsberatung. Und man könne anderen Menschen helfen.

100 Tage nach Projektstart im November können sich die ersten Ergebnisse sehen lassen. 29 Studierende wurden erfolgreich geschult und die ersten Beratungsgespräche geführt. Im Fall von Friederike S. sehr zu ihrer Zufriedenheit. Nach der Androhung juristischer Konsequenzen war der Mobilfunkanbieter der Schülerin bereit, den kostspieligen Vertrag zu beenden.

Als nächstes gilt es, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte zu gewinnen, die Interesse haben, sich ehrenamtlich in das Projekt CariLaw einzubringen und den engagierten Nachwuchs kennenzulernen.

Nähere Informationen und Kontaktmöglichkeiten unter www.carilaw.de.

Gut für NRW: Jeder WestLotto Tipper hilft dem Gemeinwohl!
Ob LOTTO 6aus49, Eurojackpot oder Rubbellose – als Deutschlands größter Lotterieveranstalter mit staatlichem Auftrag steht WestLotto seit 1955 für ein sicheres und seriöses Spiel. Aber WestLotto macht nicht nur Tipper zu Gewinnern! Denn rund 40 Prozent der Spieleinsätze gehen an das Land Nordrhein-Westfalen, das damit Organisationen aus den Bereichen Natur- und Denkmalschutz, Kunst und Kultur, Sport und Wohlfahrt fördert – wie zum Beispiel das Projekt „CariLaw“, eine ehrenamtliche Hilfe durch Jurastudierende in Bielefeld. Während der vergangenen Jahrzehnte sind auf diese Weise bereits mehr als 27 Milliarden Euro ins Gemeinwohl geflossen, 2017 allein rund 628 Millionen Euro. Damit wird jeder Spieler bei WestLotto zum Wohltäter, Sportförderer oder Naturschützer. Davon profitieren alle in NRW – auch Du!

Alte Handys für neue Perspektiven

30.05.2018

Der vermutlich schönste Verwendungszweck für ausrangierte Handys: Hilfe für Kinder in Not. Youngcaritas sammelt alte Handys ein, verwertet die einzelnen Materialien oder sorgt für Reparatur und Weiterverwendung, um Geld für das Projekt „Perspektiven für Kinder in Not“ in Benin zu generieren...

Foto: Caritas International/Philipp Spalek

Einen schöneren Verwendungszweck für ausrangierte Handys gibt es wohl nicht: Noch bis zum Beginn der Sommerferien am 16. Juli läuft die Aktion „old mobile for youngcaritas“ („alte Handys für die junge Caritas“). In allen Städten des Ruhrbistums sammelt die youngcaritas gebrauchte, nicht mehr benötigte Handys, die eine Partnerfirma anschließend fachgerecht verwertet oder repariert. Denn nicht mehr benötigte Handys enthalten wertvolle Rohstoffe – oder können weiterverwendet werden. Das Geld, das dabei eingenommen wird, kommt dem Projekt „Perspektiven für Kinder in Not" in Benin zugute.

Das Handy, unser ständiger Begleiter. Der Alltag ohne Mobiltelefon ist mittlerweile fast unvorstellbar. Das Smartphone ist immer und überall zur Hand. Es ist nicht nur Gebrauchsgegenstand, sondern auch Statussymbol. Viele Nutzer möchten daher stets das neueste und angesagteste Modell haben, das der Markt zu bieten hat. Weltweit werden deshalb immer mehr Handys produziert. In jedem Gerät stecken bis zu 60 Materialien: darunter wertvolle Metalle wie Kupfer, Gold, Aluminium und das in Coltan enthaltene Tantal. Diese Rohstoffe werden oft in armen Ländern Afrikas oder Südamerikas abgebaut.

Für jedes Handy werden sehr viele Rohstoffe benötigt, die Minenarbeiter unter oft unsäglichen und menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen abbauen. Nicht selten sind es Kinder, die in diesen Minen schuften. Ausländische Konzerne profitieren davon, die einheimische Bevölkerung bekommt von dem Gewinn nur selten etwas ab. Im Gegenteil, oft entstehen Interessenkonflikte, die in Gewalt und manchmal sogar in Bürgerkriegen enden.

Als Handynutzer macht man sich kaum Gedanken über die Produktionsbedingungen. Die Freude an der Technik und ihren Möglichkeiten steht im Vordergrund. Aber auch hierzulande verursacht das Konsumverhalten Probleme: Die Wegwerfmentalität der Gesellschaft führt zu Elektroschrott, verseucht mit Blei, Quecksilber und Cadmium. Wohin mit dem ganzen Müll? Die alten Smartphones landen schließlich auf Müllhalden in ärmeren Regionen der Welt, wo sie von Menschen unter höchst gesundheitsschädlichen Bedingungen ausgeschlachtet werden.

In Städten des Ruhrbistums sammelt youngcaritas jetzt gebrauchte Handys. Mit dem Geld, das dabei eingenommen wird, möchte die Caritas afrikanischen Straßenkindern in Not in Benin helfen. „Eigentlich ist es krass, dass ausgerechnet die Verkaufserlöse aus unserem Wohlstandsmüll dazu beitragen sollen, dass Kinder in Benin bessere Lebenschancen haben“, sagt youngcaritas-Mitarbeiterin Kathrin Henneberger, die die Sammelaktion leitet. „Das Hilfsprojekt konzentriert sich darauf, Straßenkinder und Kinder, die aus schwierigen Familienverhältnissen stammen, zu unterstützen. Psychologen und Sozialarbeiter kümmern sich vor allem um die Traumabewältigung dieser Jungen und Mädchen und helfen dabei, die Lebensbedingungen insgesamt zu verbessern.“ Kathrin Henneberger hofft nicht nur, durch das Sammeln alter Handys einen beachtlichen Erlös zu erreichen, sondern möchte auch aufklären: „Mit unserer Maßnahme wollen wir bewusstmachen, wie sich unser Konsum auf die Lebensverhältnisse anderer Menschen weltweit auswirkt“, erklärt sie weiter. Wünschenswert wäre also, dass Verbraucher sich gut überlegen, ob unbedingt ein neues Handy angeschafft werden muss oder, ob das alte doch noch weiter genutzt werden kann.

Unbenutzte oder kaputte Handys befinden sich in fast jedem deutschen Haushalt. Also, raus damit:

Noch bis Mitte Juli läuft die Aktion der youngcaritas. In allen Städten des Ruhrbistums können gebrauchte Handys abgegeben werden, um das Projekt in Benin zu unterstützten. So einfach kann helfen sein!

Gut für NRW: Jeder WestLotto Tipper hilft dem Gemeinwohl!
Ob LOTTO 6aus49, Eurojackpot oder Rubbellose – als Deutschlands größter Lotterieveranstalter mit staatlichem Auftrag steht WestLotto seit 1955 für ein sicheres und seriöses Spiel. Aber WestLotto macht nicht nur Tipper zu Gewinnern! Denn rund 40 Prozent der Spieleinsätze gehen an das Land Nordrhein-Westfalen, das damit Organisationen aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport, Kunst und Kultur, Denkmal- und Naturschutz fördert – unter anderem auch die youngcaritas. In den vergangenen Jahrzehnten sind auf diese Weise bereits mehr als 27 Milliarden Euro ins Gemeinwohl geflossen, 2017 allein rund 628 Millionen Euro. Damit wird jeder Spieler bei WestLotto zum Wohltäter, Sportförderer oder Naturschützer. Davon profitieren alle in NRW – auch Sie! www.lotto-prinzip.de

Virtual-Reality trifft Altenheim

30.05.2018

Eine 93-Jährige mit einer Virtual-Reality-Brille auf der Nase – das wirkt erstmal ungewöhnlich. Im Kölner Caritas-Altenzentrum St. Maternus aber gehört die High-Tech-Brille genauso zum Alltag der 117 Bewohner wie Tablets und Computer-Spiele. Maria Hertwig erfreut sich am Anblick des virtuellen Kölner Doms, während sie in Erinnerungen schwelgt...

Foto: Markus Harmann

Eine 93-Jährige mit einer Virtual-Reality-Brille auf der Nase – das wirkt erst einmal ungewöhnlich. Im Kölner Caritas-Altenzentrum St. Maternus aber gehört die High-Tech-Brille genauso zum Alltag der 117 Bewohner wie Tablets und Computer-Spiele.

Maria Hertwig sitzt in ihrem braunen Sessel und kann nicht glauben, was sie da sieht. Das Gesicht der 93-Jährigen wird von einer dicken, schwarzen Brille verdeckt, die aussieht wie ein großes Fernglas. „Da ist er ja, mein Dom!“, sagt sie und dreht den Kopf nach links und rechts. Mehr als zwei Jahrzehnte lang besuchte Maria Hertwig fast täglich den Kölner Dom. „Ich habe mich in die vordere Reihe gesetzt und ein Vaterunser gebetet“, sagt sie. Ihr kölscher Singsang lässt keinen Zweifel daran, dass die Domstadt ihre Heimat ist. Vor zwei Jahren zog sie ins Caritas-Altenzentrum St. Maternus im Stadtteil Rodenkirchen. Sie ist noch gut zu Fuß, für einen Spaziergang zum Dom ist es für die ehemalige Schaffnerin der Kölner Verkehrs-Betriebe aber mittlerweile zu weit. Eine ihrer Betreuerinnen, Alexandra Kasper, hat ihr den Dom deshalb ins neue Heim geholt – mit Hilfe dieser besonderen Brille.

Virtual Reality – virtuelle Realität im Altenheim. Das ist ein noch ungewöhnlicher Ansatz in der Altenhilfe. Im Maternusheim aber stößt er auf großes Interesse, weil er so viele Möglichkeiten bietet. Alexandra Kasper ist soziale Betreuerin in dem Altenzentrum, zuständig vor allem für die digitale Welt. Die Brille ist Teil ihrer Arbeit und für einige Bewohner inzwischen so normal wie der Nachmittags-Kaffee. Brille auf – und ab in eine bekannte oder unbekannte Welt. „Für Frau Hertwig ist es die Welt, die sie von früher kennt. Das setzt Erinnerungen frei. Es ergeben sich Gespräche“, sagt Kasper. Neben der High-Tech-Brille gehören auch Tablets und Laptops mit Steuerung und Computer-Spielen seit mehr als einem Jahr zum Alltag der 117 Bewohner.

„Wie passt die neue in die vermeintlich alte Welt? Diese Frage hat mich gereizt“, sagt Kasper. Schnell habe sie festgestellt: „Es sind eher die Sperren im Kopf der Außenstehenden, die sagen, eine 90-Jährige könne doch nicht mit einem Tablet oder einem Laptop umgehen.“ Dabei könnten ältere Menschen das sehr wohl. Gerade Tablets sind sehr intuitiv zu bedienen. Und das ist auch wichtig für Menschen, die etwa an Demenz erkrankt sind. Die Geräte mit ihren Apps und Möglichkeiten haben das Potential, Spaß und Ablenkung in den manchmal doch recht gleichförmigen Altenheim-Alltag zu bringen. Und das gilt nicht nur für die Bewohner.

„Auch unsere Mitarbeiter finden es spannend, wenn Neues ausprobiert wird“, sagt Ulrich Schwarz (37). Anfang 2015 übernahm er die Leitung des Altenzentrums des Kölner Caritasverbandes, und ein halbes Jahr später war seine Einrichtung als eine der ersten im Erzbistum Köln bei Facebook. Täglich wird seither gepostet: Back-Tag in der Wohnbereichsküche, Malerarbeiten im gerade renovierten Zimmer-Trakt, Filmabend „Mir sin die Jecke“ oder Entspannungsmomente mit Tablet und klassischer Musik. Kein Ausflug, kein Angebot, das nicht auf Facebook nachzulesen und -schauen wäre. Fast alle Bewohner oder ihre Angehörigen haben ihr Einverständnis dazu gegeben, dass sie selbst oder ihre Eltern und Großeltern nun regelmäßig auf Facebook zu sehen sind. Schwarz hat die große Offenheit dem sozialen Netzwerk gegenüber überrascht. „Zwar gab es auch einige Angehörige, die gesagt haben: Wie kann man nur? Viele jedoch haben den Vorteil gesehen: Über Facebook können sie nun miterleben, was Mutter oder Vater im Heim machen.“

Renate Porten war 80, als sie sich ein Smartphone gekauft hat. Zuvor war ihr Mann Josef ins Maternusheim gekommen. Über Facebook bekommen sie und die drei zum Teil weit entfernt lebenden Kinder nun immer mit, was der Vater erlebt. „Ich ärgere mich am meisten, wenn meine App nicht funktioniert“, sagt Renate Porten. Dann ruft sie an im Heim und lässt sich Fotos per E-Mail schicken – um auf dem Laufenden zu bleiben.

Wie digital das Altenzentrum inzwischen ist, lässt sich im Eingangsbereich nur erahnen. Das Stammhaus, dessen Portal noch steht, wurde 1927 gebaut. Die digitale Visitenkarte seiner Einrichtung ist, so Heimleiter Schwarz, auch dann ein großer Vorteil, wenn es um neue Mitarbeiter geht. „Sie finden es gut, für ein Altenzentrum zu arbeiten, das an die Zukunft denkt.“ Probleme, neue Fachkräfte zu finden, habe sein Haus – anders als viele andere Einrichtungen der Altenpflege – derzeit nicht. „66 Prozent unserer Mitarbeiter sind Fachkräfte, gesetzlich gefordert ist eine Quote von 50 Prozent.“

Wer hier anfängt, der darf, muss aber kein Faible für soziale Medien mitbringen. So versiert wie Jana Timme (29) sind ohnehin die wenigsten. Vier Stunden in der Woche arbeitet sie als Digitale Betreuerin im Altenzentrum, kümmert sich um die Hardware, erledigt die Updates und testet neue Apps. Heute fährt sie mit Waltraut Meinhardt (88) Autorennen. Die Rallye führt über Feld- und Waldwege, haarscharf an Bäumen, Sträuchern und Leitplanken vorbei. Irgendwann reißt Frau Meinhardt den Controller mit dem Joystick hoch. „Mensch, wieder auf dem Dach gelandet“, sagt sie, schüttelt den Kopf und lacht laut auf.

Studien haben gezeigt, dass durch gezieltes Training mit der Spielekonsole die kognitiven und mentalen Fähigkeiten von älteren Menschen stimuliert werden können. „Es ist schön zu sehen, dass sie sich im hohen Alter auf etwas ganz Neues einlässt“, sagt Betreuerin Jana Timme.

Ob Autorennen oder Kölner Dom – dank digitaler Möglichkeiten halten die Maternusheim-Bewohner spielend leicht Anschluss an die Welt da draußen.

Gut für NRW: Jeder WestLotto-Tipper hilft dem Gemeinwohl!
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Bahnhofsmission kümmert sich um Menschen in Not

12.06.2017

Hier hilft man sich: Seit 120 Jahren ist die Bahnhofsmission für Reisende in Not erster Ansprechpartner. Um mehr als zwei Millionen Menschen kümmern sie sich in Deutschland jedes Jahr. Allein in Duisburg, Essen und Bochum wurde die Unterstützung durch die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen im vergangenen Jahr rund 88.000 Mal in Anspruch genommen...

Foto: Monika Mengoni engagiert sich ehrenamtlich bei
der Bahnhofsmission in Duisburg.

Hilfe für Menschen in Not
Die Bahnhofsmission hilft nicht nur Reisenden beim Ein- und Aussteigen oder das richtige Gleis zu finden, sie ist für alle Menschen da, denen es nicht so gut geht. Dort gibt es Hilfe in der Not, einen Tee oder eine Suppe und aufmunternde Worte.

Unterstützt wird die Bahnhofsmission dabei unter anderem von der Caritas. Und auch WestLotto hilft mit. Die GlücksSpirale fördert die Qualifikation und Begleitung der ehrenamtlichen Mitarbeitenden, die täglich für die Bahnhofsmission im Einsatz sind. Christoph Grätz vom Caritasverband für das Bistum Essen fragte bei Ehrenamtlerin Monika Mengoni nach, warum sie sich so gerne für bei der Bahnhofsmission für Menschen in Not engagiert.

„Ich möchte anderen Hoffnung geben“
Frau Mengoni, als Rentnerin könnten Sie doch auch Ihren Garten pflegen, sich um die Enkelkinder kümmern oder verreisen, warum engagieren Sie sich in der Bahnhofsmission?

Ich habe genügend Freizeit, die ich mit angenehmen Dingen verbringe. Bei meiner Verrentung mit 63 Jahren war mir aber auch klar, dass ich mir noch eine sinnvolle Aufgabe suche. Ich habe in meinem Leben viel Gutes erfahren und möchte daran andere Menschen teilhaben lassen, die vielleicht nicht in dieser glücklichen Situation sind. Und so habe ich im September 2015 mein Ehrenamt bei der Bahnhofsmission Duisburg aufgenommen.

Was bewegt Sie besonders, wenn Sie den Menschen in der Bahnhofsmission begegnen?
Die Menschen, die in die Bahnhofsmission kommen, brauchen Zuwendung. Dies kann eine nette Geste, ein aufmunterndes Wort oder eine kleine Stärkung sein. Mir ist der respektvolle Umgang mit meinen Mitmenschen wichtig. Ich habe Achtung vor meinen Mitmenschen und ihren Schicksalen. Die Arbeit bei der Bahnhofsmission ist für mich eine sinnstiftende Aufgabe. Außerdem empfinde ich eine große Dankbarkeit und möchte auch anderen Menschen Hoffnung geben. Im Frühjahr 2016 wurde bei mir Brustkrebs festgestellt. Ich habe mich aber nicht von der Diagnose unterkriegen lassen und nach Abschluss der Behandlung meinen Dienst in der Bahnhofsmission wieder aufgenommen. Meine Hoffnung auf Genesung hat sich erfüllt. Es geht mir wieder gut.

Was wünschen Sie sich für die Bahnhofsmission Duisburg?
Mehr Platz! Ich würde mir wünschen, dass die Bahnhofsmission mehr Räume hätte, um den Bedürfnissen der Besucher noch gerechter werden zu können. Oft frage ich mich auch bei Rundgängen im Bahnhof, warum die Bahnhofsmission nicht besser über die Ausschilderung im Bahnhof erkennbar ist.

Carpe Diem! Schwerstkranken werden letzte Träume erfüllt

14.04.2017

Ehrenamtliche des Deutschen Roten Kreuzes begleiten auf der letzten Reise

Noch ein einziges Mal das Meer sehen oder ein paar Minuten mit den Kindern und Enkeln zu Hause im Garten verbringen – davon träumen viele Menschen am Lebensende. Carpe Diem! So heißt das neue Rotkreuzmobil des Deutschen Roten Kreuzes im Kreis Borken, das Schwerstkranken diese Herzenswünsche erfüllt. Mit einem umgebauten Krankenwagen können Menschen, denen nur noch wenige Tage oder Wochen bleiben, nun ihre letzte Reise antreten...

Foto: Jürgen Puhlmann, Vorstand des DRK im Kreis Borken,
Aloys Eiting, Vorsitzender des Präsidiums und Jürgen Rave (von links)
vor dem Carpe-Diem-Rotkreuzmobil.

Möglichst jeder Wunsch wird erfüllt
Es sind extrem emotionale Momente, die die Ehrenamtlichen des Roten Kreuzes im Kreis Borken auf den Fahrten erleben. Carpe Diem – Genieße den Tag! Der Name für das Mobil wurde nicht zufällig gewählt. Denn den Menschen, die das Angebot nutzen möchten, bleibt nicht mehr viel Zeit.

„Häufig geht es nicht mehr um Wochen, sondern um Tage oder Stunden“, sagt Jürgen Rave, DRK-Geschäftsbereichsleiter „Nationale Hilfsgesellschaft“ im Kreis Borken. „Wir versuchen alles, um jeden Traum möglich zu machen.“

Unterstützung von der GlücksSpirale
Seit Ende des vergangenen Jahres sind die Carpe-Diem-Mobile im Einsatz. Gefördert wurden sie dank des Lotto-Prinzips auch von der GlücksSpirale. Mit mehr als 20.000 Euro unterstützte die Lotterie von WestLotto das Projekt.

Doch wovon träumt man, wenn einem nicht mehr viel Zeit auf Erden bleibt? „Viele Wünsche sind ganz bescheiden“, sagt Jürgen Rave. „Häufig möchten die Menschen noch einmal nach Hause zu ihrer Familie, Verwandte besuchen, die sie lange nicht gesehen haben oder an Orte, mit denen sie ganz besondere Momente in ihrem Leben verbinden.“

Hoffnungsschimmer am Lebensende
Das Carpe-Diem-Mobil ist ein umgebauter Krankenwagen, der mit allem ausgestattet ist, was für eine Reise mit einem schwerstkranken Menschen gebraucht wird. Ehrenamtliche des Deutschen Roten Kreuzes im Kreis Borken begleiten die Fahrt und kümmern sich nicht nur um die medizinische Betreuung, sondern sorgen auch dafür, dass der Ausflug für den Fahrgast und seine Begleitung so schön wie möglich wird.

So können Kinder und Erwachsene, die keine andere Möglichkeit mehr haben und die Fahrt alleine nie bewältigen könnten, noch einmal an den Ort ihrer Träume gebracht werden. Reisen an die Nordsee, nach Norderney oder nach Hamburg an den Hafen und auf die Reeperbahn konnten schon erfüllt werden.

Die Fahrten sind für die Schwerstkranken kostenlos. Jürgen Rave: „Wir möchten den Menschen mit dem Carpe-Diem-Rotkreuzmobil einen Hoffnungsschimmer schenken.“